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E-Scooter-Boom – Unfallzahlen verdoppeln sich

Der E-Scooter hat sich in Deutschland als beliebtes Verkehrsmittel für kurze Wege etabliert. Auch in Agenturen oder bei Freelancern sind sie sehr beliebt.

Nach den aktuellen Kfz-Statistiken des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) waren Ende 2025 rund 1,66 Millionen E-Scooter versichert.


Zum Vergleich: 2022 lag die Zahl noch bei knapp 764.000 Fahrzeugen. Damit hat sich der Bestand innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt.

Starker Zuwachs bei privaten Fahrzeugen

Besonders auffällig ist der starke Zuwachs bei privaten Fahrzeugen. Rund 1,36 Millionen E-Scooter und damit vier von fünf Fahrzeugen befinden sich inzwischen in Privatbesitz.

Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV, erklärt dazu: „E-Scooter haben sich für viele Menschen als Verkehrsmittel für kurze Wege etabliert. Sie sind vergleichsweise günstig, benötigen wenig Platz und lassen sich unkompliziert versichern.“

Gleichzeitig betont sie, dass mit der wachsenden Fahrzeugzahl auch die Bedeutung klarer Regeln und eines rücksichtsvollen Miteinanders im Straßenverkehr zunimmt.

Private E-Scooter sicherer unterwegs als Leih-Fahrzeuge

Die Schadenstatistik der Versicherer zeigt klare Unterschiede zwischen privaten und gemieteten E-Scootern. Im Jahr 2025 kamen bei privaten Fahrzeugen sechs Haftpflichtschäden auf 1.000 versicherte E-Scooter.

Bei Leih-Scootern lag die Quote mit 13 Schäden je 1.000 Fahrzeuge mehr als doppelt so hoch. Insgesamt registrierten die Versicherer 2025 rund 11.700 Haftpflichtschäden mit E-Scootern.

E-Scooter-Boom - Unfallzahlen verdoppeln sich
E-Scooter-Boom – Unfallzahlen verdoppeln sich

Amtliche Unfallstatistik: Zahl der Unfälle fast verdoppelt

Auch die amtliche Unfallstatistik verdeutlicht die Entwicklung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ereigneten sich 2025 insgesamt 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Verletzten, bei denen 38 Menschen ums Leben kamen.

Im Jahr 2022 waren es noch 8.341 Unfälle mit Personenschaden. Die Zahl der Unfälle hat sich damit innerhalb von drei Jahren nahezu verdoppelt.

Unfallforschung fordert mehr Verantwortung

Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung der Versicherer im GDV, ordnet die Unterschiede zwischen privaten und geliehenen Fahrzeugen ein: „Nutzer eigener Scooter fahren in der Regel viel, tragen eher Helm und sind seltener auf Gehwegen unterwegs.“ Sie fordert, dass Verleiher deutlicher darauf hinwirken, dass E-Scooter nicht zu zweit, nicht auf Gehwegen und nicht unter Alkoholeinfluss genutzt werden.

Auch weiterführende Schulen sollten aus Sicht der Unfallforschung stärker über die geltenden Regeln aufklären. Vielen jungen Menschen sei etwa nicht bewusst, dass für unter 21-Jährige ein striktes Alkoholverbot auf dem E-Scooter gilt.

Ein Verstoß kann nicht nur ein Bußgeld nach sich ziehen, sondern auch den späteren Erwerb des Führerscheins gefährden. Zusätzlich seien gut ausgebaute Radwege und häufigere Kontrollen notwendig, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

Geplante Gesetzesänderung soll Unfallopfer schützen

Mit Blick auf die steigenden Unfallzahlen sind gesetzliche Änderungen in Vorbereitung. Künftig sollen für E-Scooter bei Versicherungen grundsätzlich dieselben Haftungsregeln gelten wie für andere Kraftfahrzeuge. Bislang müssen Geschädigte nachweisen, dass der Fahrer den Schaden schuldhaft verursacht hat.

Mit der vorgesehenen Gefährdungshaftung soll künftig in der Regel bereits der Nachweis genügen, dass der Schaden beim Betrieb eines E-Scooters entstanden ist.

„Die Neuregelung würde bestehende Haftungslücken schließen und den Schutz von Unfallopfern stärken“, so Käfer-Rohrbach abschließend. „Sie wäre damit ein wichtiger Beitrag für mehr Sicherheit und einen besseren Ausgleich nach Unfällen.“

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Sven Müller

Autor | Redaktion: [email protected]