Media News – aktuelle Neuigkeiten aus der Medienbranche und Pressemeldungen

News

Online-Werbemittel – KI kann kein Banner-Design

Wer glaubt, mit KI-Tools wie Dall-e oder Midjourney schnell professionelle Werbebanner zu erstellen, erlebt in der Praxis häufig das Gegenteil.

Statt Zeitersparnis entsteht Mehrarbeit – und das liegt nicht an der Ausspielung, sondern bereits an der Erstellung selbst. Dort scheitert jeder, der auch nur einen minimalen Anspruch hat.


Drei technische Hürden

Das grundlegende Problem beginnt mit der Architektur dieser Tools. Dall-e und Midjourney sind sogenannte Diffusionsmodelle – sie berechnen Pixel-Wahrscheinlichkeiten und malen Buchstaben nach, anstatt sie typografisch korrekt zu setzen. Was das in der Praxis bedeutet: Eigennamen, Claims oder Sätze landen im Banner garantiert als unlesbarer Buchstabensalat.

Hinzu kommt das Spannungsfeld zwischen Prompt-Eingabe und tatsächlichen Design-Anforderungen. Ein erfahrener Grafiker weiß instinktiv, dass bei einem 300 x 300 Pixel Banner der Kontrast stimmen muss und weniger mehr ist. KI-Systeme hingegen neigen dazu, kleine Formate mit Details zu überfrachten – das Ergebnis wirkt matschig und die eigentliche Botschaft ist nicht da.

Der dritte Stolperstein ist ein ästhetischer: KI-Generatoren haben einen ausgeprägten Stil-Bias. Sie tendieren zu klinisch-blauen oder kitschig-bunten Ergebnissen. Wer eine bestimmte Farbwelt braucht – etwa eine warme, zurückhaltende Farbwelt – muss oft hunderte Iterationen durchlaufen, bevor das Ergebnis annähernd passt.

Gegoogelte Prompts helfen nicht

Wer sich nun denkt, sich mit fertigen Prompt-Vorlagen aus dem Netz zu behelfen, wird ebenfalls enttäuscht. Die Ergebnisse, die sich mit kopierten Prompts erzielen lassen, sind in der Regel schlecht – weil diese Vorlagen oft für andere Tools, andere Formate oder schlicht für andere Zwecke geschrieben wurden.

Prompt-Engineering ist kein universeller Code, der überall gleich funktioniert. Was bei einem abstrakten Kunstbild funktioniert, scheitert beim konkreten Werbebanner mit Markenname und Pflichtangaben.

Auch hier zeigt sich: Ohne tiefes Verständnis für das jeweilige Tool und den konkreten Anwendungsfall bleibt der Output weit hinter den Erwartungen zurück.

Rohstoff ja, Endprodukt nein

Die ehrliche Einordnung lautet: KI ist derzeit ein Bildgenerator, aber kein Grafikdesigner. Sie liefert Rohmaterial, das weiterverarbeitet werden muss – kein druckfertiges oder kampagnenreifes Werbemittel.

Für alle, die einen fertigen Banner mit korrektem Text und stimmiger Optik erwarten, führt der direkte KI-Weg heute noch in die Sackgasse.

Das eigentliche Paradox dabei: Die Zeit, die man benötigt, um der KI per Prompt exakt zu erklären, was entstehen soll, übersteigt oft den Aufwand, den ein Profi direkt in Photoshop hätte. Die versprochene Effizienz kehrt sich damit ins Gegenteil…

📰 Eigene Mitteilung veröffentlichen? ➡️ Pressemeldung bei PR Agent buchen...

News verpasst? Tägliche Updates in Social Media unter @PRAgentMedia.

Sierks Media / © Foto: Anthony Da Cruz, Unsplash

Sven Müller

Autor | Redaktion: media@sierks.media