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Studie: Website-Traffic – verliert Google an Bedeutung?

KI-Tools verdreißigfachen Traffic, können Rückgang aber kaum kompensieren.

Die Münchner Online-Marketing-Agentur Seokratie hat nun eine umfangreiche Drei-Jahres-Studie zum Website-Traffic aus großen Sprachmodellen (LLMs) veröffentlicht.


Ausgewertet wurden die Google-Analytics-4-Daten von 69 deutschsprachigen Websites aus Handel, Industrie und Dienstleistung – jeweils für den Monat April der Jahre 2024, 2025 und 2026.

Das Ergebnis widerspricht dem verbreiteten Hype um „KI-Traffic“ und zeichnet ein deutlich differenzierteres Bild der aktuellen Traffic-Realität.

Gesamttraffic konstant – aber Google bricht ein

Das vielleicht überraschendste Ergebnis der Studie: Der Gesamttraffic über alle 69 untersuchten Websites blieb über drei Jahre nahezu unverändert. Von April 2024 auf April 2025 stieg er um 1,3 Prozent, von April 2025 auf April 2026 um weitere 0,7 Prozent. Die Nachfrage der Nutzerinnen und Nutzer ist also nicht verschwunden – sie verteilt sich lediglich anders.

Anders sieht es beim Traffic aus der Google-Suche aus. Hier zeigt die Studie einen anhaltenden und deutlichen Rückgang: minus 28,4 Prozent von 2024 auf 2025, minus 23,3 Prozent von 2025 auf 2026. Bei 54 der 69 untersuchten Websites war der Google-Traffic zuletzt rückläufig.

Besonders eindrücklich ist die Verschiebung beim Traffic-Anteil: Während Google im April 2024 noch 41 Prozent des gesamten Website-Traffics ausmachte, waren es im April 2026 nur noch 22 Prozent – nahezu eine Halbierung innerhalb von zwei Jahren.

KI-Traffic wächst rasant, bleibt aber marginal

Der Traffic aus KI-Tools wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Perplexity hat sich im selben Zeitraum zwar etwa verdreißigfacht – von 858 auf 26.169 Sitzungen über alle Websites hinweg. Doch die absoluten Zahlen relativieren diesen Wachstumstrend erheblich.

Dem Google-Verlust von rund 432.000 Sitzungen allein zwischen 2025 und 2026 steht ein KI-Zuwachs von lediglich rund 10.600 Sitzungen gegenüber. KI-Traffic ersetzt damit rechnerisch etwa 2,5 Prozent des verlorenen Google-Traffics – auf jede zusätzliche Sitzung aus einem Sprachmodell kommen rund 41 verlorene Google-Sitzungen.

Immerhin: KI-Traffic ist inzwischen bei fast allen untersuchten Websites messbar. 2026 verzeichneten 67 der 69 Websites entsprechende Zugriffe, 2024 waren es erst 33. Über die Ein-Prozent-Marke beim Gesamttraffic kamen jedoch nur 17 Websites. Im Schnitt macht KI-Traffic 2026 gerade einmal 0,4 Prozent des gesamten Website-Traffics aus.

Was Unternehmen jetzt tun müssen

Der eigentliche Befund der Studie ist nicht ein Rückgang von Traffic, sondern seine Verschiebung. Nutzerinnen und Nutzer suchen, vergleichen und kaufen weiterhin – nur auf anderen Wegen. Die strategische Recherche findet zunehmend in KI-Tools statt, während die konkrete Anbieter- und Produktsuche weiterhin überwiegend über Google läuft. Unternehmen müssen künftig in beiden Welten sichtbar sein.

Generative Engine Optimization (GEO) – also die gezielte Optimierung von Inhalten, um in den Antworten von KI-Systemen vorzukommen, zitiert und empfohlen zu werden – ist daher kein Ersatz für klassisches SEO, sondern seine logische Ergänzung. Die Aufgabe verdoppelt sich, sie verschiebt sich nicht einfach.

Julian Dziki, Geschäftsführer und Gründer der Seokratie GmbH, fasst die Ergebnisse so zusammen: Die Gleichung „KI-Traffic ersetzt Google-Traffic“ geht nicht auf. Der Google-Traffic werde weniger, die Nachfrage aber nicht.

Fazit

Wer im härter umkämpften Google-Traffic an Sichtbarkeit verliere, verliere heute mehr als je zuvor – und gleichzeitig reiche klassisches SEO allein nicht mehr aus, um in KI-Antworten präsent zu sein. Beide Disziplinen seien laut Julian Dziki künftig gleichermaßen relevant.

Die Auswertung basiert auf Google-Analytics-4-Daten von 69 deutschsprachigen Websites aus Handel, Industrie und Dienstleistung, die Seokratie für die Analyse zur Verfügung standen. Erhoben wurden die Daten jeweils für den Monat April der Jahre 2024, 2025 und 2026.

Die Studie erhebt keinen Anspruch auf statistische Repräsentativität für den Gesamtmarkt, liefert aber ein branchenübergreifendes Praxisbild deutschsprachiger Unternehmens-Websites.

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Sven Müller

Autor | Redaktion: media@sierks.media