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Pressemeldungen

Floskelvorräte der Presseabteilungen weiterhin gesichert

Nach aktuellem Kenntnisstand besteht kein Grund zur Sorge: Die strategischen Floskelreserven deutscher Presseabteilungen sind weiterhin bestens gefüllt. Es passiert überall und täglich.

Das teilte ein Sprecher mit, nachdem die Lage aufmerksam beobachtet und in engem Austausch mit allen nachhaltig Beteiligten bewertet worden war.


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Alles im Griff

„Wir haben alles im Griff“, erklärte er. „Die Haltung hat für uns oberste Priorität. Wir nehmen die Situation sehr ernst.“

Worum es genau geht, blieb allerdings offen. Schließlich werde der Sachverhalt derzeit umfassend geprüft. Zu laufenden Prozessen könne man keine weiteren Angaben machen. Man bitte um Verständnis.

Nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen beginnt inzwischen jede größere Krise mit denselben drei Schritten: Erst wird die Lage beobachtet, dann sehr ernst genommen und anschließend mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet.

Notwendige Maßnahmen

Sollte das nicht ausreichen, werden die notwendigen Maßnahmen im Rahmen der Transformation ergriffen und die richtig bunten Schlüsse gezogen.

Auf Nachfrage, welche Maßnahmen das konkret seien, verwies der Sprecher auf die laufende Analyse und externe Berater sowie Arbeitsgruppen. Man werde daraus lernen, Konsequenzen ziehen und die Prozesse weiter optimieren.

Außerdem wolle man Potenziale heben, vielfältige Synergien nutzen und sich insgesamt offen und zukunftsfähig aufstellen.

Experten formulieren

Besonders bewährt haben sich laut Experten die Formulierungen wie „Es besteht kein Grund zur Sorge“, „Es gibt derzeit keine Hinweise auf…“, „Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefahr“, „Wir haben umgehend reagiert“ oder „Das darf sich nicht wiederholen“.

Auch der Klassiker „Es wurden Fehler gemacht“ erfreut sich ungebrochener Beliebtheit – nicht zuletzt, weil er elegant verschweigt, von wem.

Interne Unterlagen sollen außerdem belegen, dass das Wort „Problem“ inzwischen weitgehend abgeschafft wurde. Es passt nicht mehr zu unserer Zeit.

Neue Transformation

Stattdessen spricht man von „Herausforderungen“, die in einem „ganzheitlichen Ansatz“ bearbeitet werden. Scheitert dieser, wird die aktuelle Kommunikation verbessert, der Vorfall aufgearbeitet und die Öffentlichkeit gebeten, von Spekulationen abzusehen. Auch in Social Media.

Die Verantwortlichen zeigen sich dennoch optimistisch. Man befinde sich auf einem guten Weg, arbeite entschlossen vom Rücksitz des Elektroautos aus an nachhaltigen Lösungen und setze alles daran, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.

Wie das gelingen soll? Dazu könne man zum jetzigen Zeitpunkt leider keine weiteren Angaben machen. Die Transformation erfolge aber nachhaltig und natürlich mit ordentlicher Haltung.

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Sven Müller

Autor | Redaktion: media@sierks.media