Kanadischer Regisseur Robert Gaudette gewinnt Reply AI Film Festival 2026
Der Kurzfilm „A Face Only A Mother Could Love“ des kanadischen Regisseurs Robert Gaudette hat das Reply AI Film Festival 2026 gewonnen.
Die internationale Jury unter dem Vorsitz von Gabriele Salvatores wählte den Gewinner aus mehr als 3.000 eingereichten Kurzfilmen aus 76 Ländern aus.
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Die Preisverleihung fand am 6. September 2026 im Rahmen der 83. Internationalen Filmfestspiele der Biennale di Venezia auf dem Lido von Venedig statt.
Wettbewerb mit Rekordbeteiligung
Das von Reply initiierte Festival lotet mithilfe Künstlicher Intelligenz neue Formen des filmischen Erzählens aus. In seiner dritten Ausgabe verzeichnete das Reply AI Film Festival mit über 3.000 Einreichungen aus 76 Nationen einen deutlichen Zuwachs und hat sich damit als internationale Plattform für das Zusammenspiel von Kreativität, Kino und neuen Technologien etabliert. Zehn Produktionen schafften es ins Finale.
Über die Preisträger entschied eine hochkarätig besetzte Jury unter Vorsitz des Oscar-prämierten Regisseurs Gabriele Salvatores, der unter anderem gemeinsam mit Rob Minkoff, Catherine Hardwicke, Jed Weintrob und Christina Lee Storm die Filme bewertete.
Bewertet wurden Originalität, Produktionsqualität sowie der Einsatz von KI in den einzelnen Phasen des kreativen Prozesses, vom Drehbuch bis zur Postproduktion. Salvatores zeigte sich beeindruckt davon, wie junge Filmschaffende Ideen und Poesie mit Technologie verbänden, und sprach von anfänglicher Skepsis, die einer neuen Zuversicht gewichen sei.
Die Geschichte des Siegerfilms
„A Face Only A Mother Could Love“ erzählt die Geschichte von Marcel, einem zurückgezogen lebenden Pariser Tänzer, der mit einer Gesichtsfehlbildung geboren wurde. Als eine Frau den Kontakt zu ihm sucht, entwickelt sich zwischen beiden eine tiefe Verbindung, die sein Leben verändert.
Robert Gaudette setzte das Drehbuch vollständig mit KI-Werkzeugen wie Grok, Nano Banana und Seedance um, ohne Budget, Besetzung oder Filmteam.
Video: A Face Only A Mother Could Love
Gaudette beschreibt den Sieg als überraschend und surreal, da der Film ursprünglich aus reinem Experimentiergeist entstanden sei und er ihn zunächst gar nicht bei Festivals einreichen wollte.
Weitere Plätze sowie Sonderpreise
Den zweiten Platz belegt „Le Drip“ von Alex Naghavi und Ezra Li, ein animierter Kurzfilm, der den letzten Tag eines Fisches auf der Erde in bewegten Ölgemälden mit dichten Pinselstrichen inszeniert. Platz drei geht an „Centenarian Kindergarten“ des chinesischen Künstlerkollektivs 2xLabs, das eine dystopische Zukunft im Jahr 2090 zeigt, in der keine Kinder mehr geboren werden und vier Hundertjährige aus einer sterilen Einrichtung fliehen, um ihre menschliche Unvollkommenheit zurückzugewinnen.
Zusätzlich vergab die Jury mehrere Sonderpreise. Der „Reply AI Studios Grand Prix“ geht an „Website“ von Jiaze Li für den innovativen KI-Einsatz im gesamten kreativen Prozess. Eine besondere Erwähnung erhält „The Child of the Sea“ des spanischen Regisseurs Ibai Abad für seinen hybriden Workflow aus KI-Tool Magnific und menschlich gesteuerter Nachbearbeitung, der eine aufwendige Stop-Motion-Welt ermöglichte.
Der gemeinsam mit der International Telecommunication Union verliehene „AI for Good Award“ geht ebenfalls an „Centenarian Kindergarten“ für die überzeugende Interpretation der UN-Nachhaltigkeitsziele. Jiaze Li sichert sich zudem mit „Website“ den von WeShort unterstützten Community Award, der durch Online-Abstimmung des Publikums ermittelt wurde.
Live-Musik, Kino und Künstliche Intelligenz
Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt von Labyrinth Reply, dem neuen Unternehmen der Reply-Gruppe für KI-generierte Filme und audiovisuelle Produktionen, das die kreative Expertise von Labyrinth Studio mit dem Technologie-Ökosystem von Reply verbindet.
Gemeinsam mit den Oovie Studios präsentierte Labyrinth Reply zwei interaktive „Music Interactive Movies“-Sessions, in denen Jacopo Reale, AI Creative Director bei Labyrinth Studio und Sieger des Reply AI Film Festivals 2025, ikonische Filmmusiken in eigens produzierten Kurzfilmen neu interpretierte.
In der ersten Session wurde eine neue Live-Performance des von „Il Postino“ inspirierten interaktiven Kurzfilms gezeigt, der auf der Originalmusik von Luis Bacalov basiert und zuvor bereits beim World AI Film Festival 2026 in Cannes zu sehen war. Die zweite Session brachte mit „Alberto e il mare“ eine Premiere, die die Musik von Ennio Morricone aus Giuseppe Tornatores „Malèna“ aufgreift.
Fazit
Reply-CTO Filippo Rizzante ordnet die Entwicklung ein: Die diesjährigen Kurzfilme zeigten eine deutlich verbesserte visuelle Qualität und eine ausgereiftere Integration von KI durch strukturierte, hybride Workflows.
Aus dieser Entwicklung sei Labyrinth Reply entstanden, ein gemeinsam mit dem Vorjahressieger-Team gegründetes Unternehmen für Film und Entertainment, das neue Ausdrucksformen in konkrete Projekte überführen soll.
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