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„Lost Boys – Der Fall US5“: Doku über die Boyband

Auf dem Foto oben: Izzy (Izzy Gallegos), Richie (Christopher Richard Stringini), Jay (Tariq Jay Khan) und Vincent (Vincent Tomas). Es fehlt Christoph „Chris“ Watrin, sein Nachfolger wurde Cayce Clayton. Aus der ursprünglichen Besetzung fehlt zudem Michael „Mikel“ Johnson.

Die ARD Kultur Doku „Lost Boys – Der Fall US5“ erzählt von einer der erfolgreichsten Boybands der 2000er Jahre und von der dunklen, bislang verschwiegenen Seite ihres Erfolgs.


Erstmals blicken alle fünf ehemaligen Bandmitglieder gemeinsam zurück, begleitet von intimen, nie zuvor gezeigten Privataufnahmen.

Die Dokumentation ist ab dem 2. Dezember 2026 in der ARD Mediathek zu sehen.

Die Abgründe des Boyband-Traums: US5 und der Hit „Maria“

US5 waren die Boyband einer ganzen Generation. Mit dem Hit „Maria“ stürmten Jay Khan, Chris Watrin, Mykel Johnson, Richie Stringini und Izzy Gallegos 2005 die Charts und hielten sich 22 Wochen an der Spitze.

Sie wurden von tausenden Fans bejubelt und tourten durch Europa und Asien. Plötzlich waren die fünf jungen Männer echte Popstars.

Doch hinter dem perfekt inszenierten Boyband-Traum verbargen sich Abgründe: Druck, Abhängigkeiten und Übergriffe zerstörten zunehmend die mentale Gesundheit der Bandmitglieder.

Manager Lou Pearlman: Sexualisierte Gewalt und ein System des Missbrauchs

Eine zentrale Figur war damals der US-Musikmanager Lou Pearlman, der zuvor bereits die Backstreet Boys und NSync groß gemacht hatte.

In der Doku spricht Jay Khan über die sexualisierte Gewalt, die ihm durch seinen Förderer Pearlman angetan wurde und die, wie man heute weiß, System hatte.

Pearlman wurde 2008 wegen Betrugs und Geldwäsche zu 25 Jahren Haft verurteilt. Für seine körperlichen Übergriffe wurde er jedoch nie angeklagt. 2016 starb er in Haft.

Ein Blick hinter die Popstar-Fassade: Interviews und exklusives Archivmaterial

Rund 20 Jahre später erzählen alle fünf ehemaligen US5-Mitglieder in persönlichen Interviews erstmals gemeinsam die ganze Geschichte ihrer Band.

Sie berichten vom schnellen Ruhm, aber auch von psychischem Druck, sexualisierten Übergriffen, Suchtproblemen, Zwangsouting und den Folgen einer Jugend im Scheinwerferlicht.

Bislang unveröffentlichtes privates Archivmaterial von Izzy Gallegos wirft dabei einen einzigartigen, aber auch erschreckenden Blick hinter die glitzernde Fassade.

„Lost Boys – Der Fall US5“ in der ARD Mediathek: Das System Boyband

Die dutzenden Stunden zeigen Szenen aus Hotellobbys und Backstage-Bereichen sowie teils verstörende private Momente.

Die Doku ist mehr als eine nostalgische Reise in die 2000er Jahre. Sie blickt auf das „System Boyband“ und fragt nach Macht, Verantwortung und Ausbeutung in Musikindustrie und Medien.

Sie zeigt, was passiert, wenn aus einem Kindheitstraum ein Albtraum wird. „Lost Boys – Der Fall US5“ ist ab dem 2. Dezember 2026 in der ARD Mediathek verfügbar.

Hintergrund

Buch und Regie führen Julian Brimmers und Benjamin Westermann.

Produziert wurde die Doku von Johanna Behre und Johannes Nichelmann (NB Studios).

Die Redaktion liegt beim SWR in Federführung, gemeinsam mit WDR, ARD Kultur und RBB.

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Sierks Media / PR Agent / © Foto: Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sven Müller

Autor | Redaktion: [email protected]