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Buch schreiben am Computer – der richtige Rechner, ergonomisches Setup und weitere Tipps

Ein Buch entsteht selten in wenigen Wochen. Zwischen der ersten Idee und dem fertigen Manuskript liegen oft Monate, manchmal Jahre, und ein großer Teil dieser Zeit vergeht am Bildschirm. Die Technik dafür muss weder teuer noch besonders leistungsstark sein.

Sie sollte aber zuverlässig laufen, den Körper bei langen Sitzungen schonen und das Werk vor Verlust bewahren. Wichtiger als technische Spitzenwerte sind deshalb ein ruhiger Rechner, ein ergonomischer Schreibtisch, ein Dateiformat, das Verlag und Lektorat ohne Umwege öffnen, und eine Sicherung, die im Ernstfall funktioniert.


Kurz vor der Veröffentlichung kommen dann noch PDF, E-Book und ISBN hinzu.

Beim Schreiben ist Rechenleistung selten der Engpass

Textverarbeitung gehört zu den genügsamsten Aufgaben, die ein Computer erledigt. Ein Roman von 400 Seiten belegt als Textdatei nur wenige Megabyte, und auch ein Rechner aus der Einstiegsklasse öffnet ihn ohne Wartezeit.

Eine Grafikkarte der Oberklasse oder ein besonders schneller Prozessor bringen beim Schreiben deshalb kaum etwas. Spürbar sind andere Eigenschaften. Das Gerät sollte schnell starten, leise arbeiten und genug Arbeitsspeicher besitzen, damit Manuskript, Recherche im Browser und Notizen gleichzeitig geöffnet bleiben können.

Der Schreibort entscheidet zwischen Notebook und Desktop

Ein leichtes Notebook für wechselnde Schreiborte

Viele Autoren arbeiten mal am Küchentisch, mal in der Bibliothek und mal im Zug. Für sie ist ein Notebook die naheliegende Wahl.

Geringes Gewicht, ein Akku, der einen Arbeitstag ohne Steckdose übersteht, und eine Tastatur mit klarem Anschlag zählen hier mehr als Benchmark-Werte. Matte Bildschirme spiegeln weniger und erleichtern das Arbeiten in heller Umgebung, etwa am Fenster eines Cafés.

Ein kompakter Desktop-Rechner für den festen Arbeitsplatz

Am immer gleichen Schreibtisch ist ein kompakter Desktop-Rechner oft die bessere Lösung. Er lässt sich mit einem großen Monitor und einer separaten Tastatur kombinieren und ist bei vergleichbarer Ausstattung meist günstiger als ein Notebook.

In beiden Fällen gehört eine SSD als Systemlaufwerk dazu. Sie verkürzt den Start von Rechner und Programmen deutlich und arbeitet ohne Laufgeräusch, was in einem ruhigen Schreibzimmer angenehm auffällt.

Windows 11 bringt Werkzeuge für konzentriertes Arbeiten mit

Neue Notebooks und Komplettrechner werden in der Regel mit Windows 11 ausgeliefert. Einige Funktionen des Systems passen gut zum Alltag von Autoren, auch wenn sie nicht eigens für diese Zielgruppe entwickelt wurden.

Snap-Layouts ordnen Manuskript und Recherche nebeneinander an

Beim Schreiben liegen oft zwei Dinge gleichzeitig im Blick, das Manuskript und daneben eine Quelle, die Figurenliste oder die Anmerkungen aus dem Lektorat. Fährt die Maus über die Schaltfläche zum Maximieren eines Fensters, zeigt Windows 11 mehrere mögliche Anordnungen.

Nach einem Klick belegt das Manuskript zum Beispiel die linke Bildschirmhälfte, und für die rechte Seite bietet das System die übrigen offenen Fenster zur Auswahl an. Mit der Windows-Taste und den Pfeiltasten gelingt dasselbe auch ohne Maus. Auf einem großen Monitor lassen sich so drei oder vier Fenster übersichtlich verteilen.

Fokus-Sitzungen halten Benachrichtigungen fern

Eine Fokus-Sitzung startet über das Benachrichtigungscenter, die Einstellungen oder die Uhr-App. Für die gewählte Dauer läuft ein Zeitgeber auf dem Bildschirm. Gleichzeitig schaltet der Modus „Bitte nicht stören“ Benachrichtigungen stumm, und Apps in der Taskleiste blinken nicht mehr und zeigen keine Hinweiszeichen auf neue Nachrichten.

Was in dieser Zeit eingeht, sammelt das Benachrichtigungscenter für später. Schreibblöcke von 45 oder 60 Minuten bekommen so einen festen Rahmen.

Stärken und Kritikpunkte vor dem Gerätekauf abwägen

Ob sich ein neues Gerät mit Windows 11 für das eigene Schreibprojekt lohnt, lässt sich vor dem Kauf in Ruhe abwägen. Eine Gegenüberstellung der wichtigsten Windows 11 Vorteile und der häufig genannten Kritikpunkte findet sich im Tech-Blog von it-nerd24.

Hervorgehoben werden dort unter anderem der stabile und schnelle Betrieb sowie das verbesserte Fenstermanagement, also genau die Funktionen, die beim Schreiben den Alltag erleichtern.

Ein externer Bildschirm entlastet den Nacken

Bei täglich mehreren Stunden am Text macht sich eine ungünstige Haltung nach einigen Wochen in Nacken, Schultern oder Handgelenken bemerkbar. Ein Notebook allein ist dafür auf Dauer kein guter Arbeitsplatz, weil Bildschirm und Tastatur fest miteinander verbunden sind.

Steht der Bildschirm auf der richtigen Höhe, liegen die Hände zu hoch, und umgekehrt. Abhilfe schafft ein zusätzlicher Monitor. Er sollte sich drehen und neigen lassen und so stehen, dass die oberste Textzeile leicht unterhalb der Augenhöhe liegt. Eine Diagonale von 24 bis 27 Zoll bietet genug Fläche für zwei Fenster nebeneinander oder eine Manuskriptseite in gut lesbarer Größe.

Die Tastatur gehört getrennt vom Bildschirm auf den Tisch

Für selbstständige Autoren ist die Arbeitsstättenverordnung keine Pflicht, denn sie richtet sich an Arbeitgeber und ihre Beschäftigten. Als Maßstab für den eigenen Schreibtisch taugt sie trotzdem. Der Anhang der Arbeitsstättenverordnung verlangt etwa, dass Tastaturen vom Bildschirm getrennte Einheiten bilden und neigbar sind. Wird ein tragbares Gerät dauerhaft an einem festen Platz genutzt, gelten dieselben Anforderungen wie an einen Bildschirmarbeitsplatz.

Bemerkenswert für Schreibende ist ein Detail am Rande, denn auch Fußstütze und Manuskripthalter sind dort ausdrücklich genannt, wenn sich eine günstige Haltung anders nicht erreichen lässt.

Sechs Punkte machen das Schreibzimmer ergonomisch

Zusammen mit gängigen Empfehlungen zur Bildschirmarbeit ergibt sich daraus eine kurze Checkliste:

  • ein Monitor, der sich drehen und neigen lässt und eine matte Oberfläche hat
  • oberste Textzeile leicht unterhalb der Augenhöhe
  • externe Tastatur, getrennt vom Bildschirm und neigbar
  • genug Abstand zwischen Tischkante und Tastatur, damit die Handballen aufliegen können
  • Bildschirm seitlich zum Fenster aufgestellt, damit weder Spiegelungen noch Blendung stören
  • regelmäßige Unterbrechungen der Bildschirmarbeit

Den Takt für die Pausen kann der Zeitgeber der Fokus-Sitzung vorgeben. Am Ende eines Schreibblocks ist ein guter Moment, kurz aufzustehen und den Blick in die Ferne zu richten.

Viele Lektorate erwarten das Manuskript als Word-Datei

Umfangreiche Stoffe lassen sich mit spezialisierten Autorenprogrammen planen, die Karteikarten, Figurenverwaltung und Zeitleisten bieten. Am Ende führt der Weg trotzdem selten an Word vorbei.

Viele Verlage, Literaturagenturen und freie Lektorate erwarten das Manuskript im Word-Format, weil Anmerkungen und Korrekturen dort direkt in der Datei landen und jede Änderung nachvollziehbar bleibt. Dafür genügt eine Kaufversion von Office. Ein Abonnement ist für das reine Schreiben nicht erforderlich.

Beim Schreiben ist Rechenleistung selten der Engpass
Beim Schreiben ist Rechenleistung selten der Engpass

Normseiten und Vorlesefunktion helfen beim Überarbeiten

Den Umfang eines Textes berechnen Verlage häufig in Normseiten zu 30 Zeilen mit je 60 Anschlägen, also 1.800 Zeichen. Eine eigene Dokumentvorlage in diesem Format zeigt schon während des Schreibens, wie lang das Manuskript tatsächlich wird.

Nützlich beim Überarbeiten ist außerdem die Vorlesefunktion aktueller Word-Versionen. Holprige Sätze und Wortwiederholungen fallen beim Zuhören oft schneller auf als beim stillen Lesen.

Diktieren ergänzt das Tippen bei Rohfassungen

Manche Autoren sprechen erste Fassungen lieber, als sie zu tippen, besonders bei Dialogen. Windows 11 bringt dafür eine Spracheingabe mit, die sich in jedem Textfeld mit der Windows-Taste und H aufrufen lässt. Sie versteht Deutsch, und Satzzeichen oder Absätze lassen sich per Sprachbefehl wie „Punkt“, „Komma“ oder „Neuer Absatz“ einfügen.

Weil die Funktion mit Online-Spracherkennung arbeitet, braucht sie allerdings eine Internetverbindung. Bei längeren Diktaten lohnt ein Headset oder ein Tischmikrofon, denn das eingebaute Mikrofon eines Notebooks nimmt Raumhall und Lüftergeräusche mit auf. Spezialisierte Spracherkennungsprogramme passen sich bei viel Diktat zusätzlich an die eigene Stimme und den eigenen Wortschatz an.

Drei Kopien an zwei Orten schützen das Manuskript

Ein Manuskript existiert lange Zeit nur als Datei. Ein defektes Laufwerk, ein gestohlenes Notebook oder ein umgestoßener Kaffeebecher genügen, um Monate an Arbeit zu vernichten. Als Faustregel gelten drei Kopien auf mindestens zwei verschiedenen Speichermedien, von denen eine an einem anderen Ort liegt. Für ein Buchprojekt kann das so aussehen:

  • die aktuelle Arbeitsdatei auf dem Rechner
  • eine regelmäßige Sicherung auf einer externen Festplatte, die nach dem Kopieren wieder vom Rechner getrennt wird
  • eine dritte Kopie außer Haus, etwa in einem verschlüsselten Online-Speicher
  • eine eigene, datierte Datei für jeden abgeschlossenen Kapitelstand

Eine Sicherung zählt erst, wenn sie sich öffnen lässt

Das Kopieren übernimmt am besten ein Sicherungsprogramm nach festem Zeitplan. Beim verschlüsselten Online-Speicher gehört das Passwort an einen Ort getrennt vom Rechner, denn ohne dieses Passwort bleibt auch die Kopie verschlossen.

Ab und zu lohnt die Probe, ob sich eine gesicherte Datei tatsächlich öffnen lässt. Erst dieser Test zeigt, dass die Sicherung im Ernstfall hilft.

Selfpublishing verlangt druckfertiges PDF, E-Book und ISBN

Im Selfpublishing fallen technische Aufgaben an, die sonst ein Verlag erledigt. Gebraucht werden ein druckfertiges PDF für die gedruckte Ausgabe, eine Datei im E-Book-Format und für jede Ausgabe eine eigene ISBN.

Welche Rolle die ISBN für Autoren und Verlage im Vertrieb spielt und warum der Buchhandel sie in der Regel voraussetzt, beschreibt ein eigener Beitrag.

Verlagsautoren korrigieren die Fahnen meist im PDF

Auch mit Verlag geht kurz vor dem Erscheinen noch einmal eine Datei hin und her. Den gesetzten Text erhalten Autoren häufig als PDF und tragen ihre Korrekturen mit einem Programm ein, das Kommentare in PDF-Dateien erlaubt.

Ein großer Monitor, der eine ganze Buchseite lesbar darstellt, erleichtert diesen Schritt. Verlage nutzen die vorläufige Fassung zudem für die Druckfahne in der Buch-PR, mit der Journalisten, Kritiker und Buchblogger ein Werk schon vor dem Erscheinungstermin kennenlernen.

Zuverlässigkeit zählt beim Schreiben mehr als Leistung

Für ein Buch braucht es keinen Hochleistungsrechner. Wichtiger sind ein zuverlässiges, leises Gerät mit SSD, ein Betriebssystem, dessen Fenster- und Fokusfunktionen konzentriertes Arbeiten unterstützen, und ein Schreibprogramm, dessen Dateien Verlag und Lektorat ohne Umwege öffnen.

Am Schreibtisch zahlen sich ein externer Monitor und eine separate Tastatur über viele Monate aus. Drei Kopien an zwei Orten schützen die Arbeit vor Verlust, und im Selfpublishing gehören druckfertiges PDF, E-Book und ISBN früh in die Planung.

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Sierks Media / PR Agent / © Fotos: HayDmitriy, de.depositphotos.com

Annabella Trinzen

Autorin | Redaktion: [email protected]