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Big Tech und Nachrichten – Forschungsprojekt untersucht digitale Plattformen

Soziale Netzwerke wie YouTube, Facebook, Instagram oder X haben sich längst als wichtige Nachrichtenkanäle etabliert.

Doch was bedeutet das für die Meinungsvielfalt in demokratischen Gesellschaften? Ein neues Forschungsprojekt, gefördert vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF), geht dieser Frage systematisch nach.


Mehr oder weniger Vielfalt durch digitale Plattformen?

Das Projekt mit dem Arbeitsschwerpunkt auf dem deutschen Medienmarkt untersucht, ob digitale Plattformen die Nachrichtenvielfalt fördern oder gefährden. Dabei geht es nicht nur um die Angebotsseite – also welche Themen und Meinungen Medien veröffentlichen – sondern auch darum, was Nutzer tatsächlich zu sehen bekommen.

„Mit ‚Vielfalt‘ meinen wir nicht nur, welche Themen und Positionen Medien über verschiedene Plattformen hinweg anbieten, sondern welche Informationen Nutzer tatsächlich sehen und nutzen“, erklärt Valerie Hase, Professorin für Digital Media and Communication an der Universität Klagenfurt.

Algorithmen als Taktgeber: Feedback-Schleifen im Fokus

Ein zentrales Thema des Projekts sind digitale Feedback-Schleifen. Klicks, Likes, Shares und Kommentare beeinflussen, welche Inhalte Algorithmen als Nächstes ausspielen.

Das kann Vielfalt auf zwei gegensätzliche Arten beeinflussen: Einerseits können unterschiedliche Inhalte durch Interaktion Sichtbarkeit gewinnen, andererseits setzen sich viral gehende Themen auf Kosten anderer Inhalte durch.

Genau dieses Spannungsfeld wollen die Forschenden verstehen und messbar machen.

Automatisierte Analyse, Datenschenkung und KI-Simulation

Das Projektteam, bestehend aus zwei Doktoranden sowie zwei Projektleitern der Universität Klagenfurt und der KU Eichstätt-Ingolstadt, verfolgt mehrere Ansätze:

◉ Plattformübergreifende Inhaltsanalyse durch automatisierte Methoden, die Nachrichteninhalte verschiedener deutscher Medien systematisch vergleichen

◉ Datenschenkung durch das Publikum: Nutzer werden gebeten, ihre Plattformdaten zur Verfügung zu stellen, etwa Informationen darüber, welche Beiträge ihnen tatsächlich im Feed angezeigt werden

◉ KI-Agenten-Simulation: Das Team modelliert Plattformdynamiken mithilfe von KI, um zu testen, wie Feedback-Schleifen die angezeigte Nachrichtenvielfalt verändern

Belastbare Erkenntnisse über den Einfluss von Big Tech

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, wissenschaftlich fundierte Aussagen darüber zu treffen, wie plural die digitale Nachrichtenwelt wirklich ist.

„Wir wollen belastbare Erkenntnisse darüber erreichen, wie plural die digitale Nachrichtenwelt tatsächlich ist – und welche Bedingungen Vielfalt im Plattform-Ökosystem fördern oder gefährden, insbesondere mit Blick auf die Rolle von Big-Tech-Unternehmen“, so Hase.

Die Ergebnisse sollen nicht nur wissenschaftlich relevant sein, sondern auch medienpolitische Debatten über die Regulierung digitaler Plattformen mit konkreten Daten unterfüttern.

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Sierks Media / © Foto: Vitaly Gariev, Unsplash  

Sven Müller

Autor | Redaktion: media@sierks.media