Generative KI in Rechtsabteilungen – Effizienzgewinn oder Messlücke?
Laut einer neuen Studie der Association of Corporate Counsel (ACC) beschleunigt GenAI die juristische Arbeit spürbar – doch die wenigsten Unternehmen messen, was das tatsächlich wert ist.
Die Association of Corporate Counsel (ACC) hat gemeinsam mit der Litigation-Plattform Everlaw den Bericht „The Role of Generative AI in Proving Corporate Law Department Value“ veröffentlicht.
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Einfluss von KI auf Rechtsabteilungen
Grundlage sind Umfragedaten von 284 Leitern aus Rechtsabteilungen, General Counsels und Spezialisten für Rechtsabläufe weltweit.
Das zentrale Ergebnis: 81 Prozent der befragten Rechtsabteilungsleiter sind überzeugt, dass generative KI die juristische Arbeit beschleunigt und dabei hilft, den Beitrag ihrer Abteilung für das Unternehmen sichtbarer zu machen.
Gleichzeitig offenbart die Studie eine erhebliche Messlücke – denn nur die wenigsten Teams erfassen überhaupt, welchen Return on Investment die eingesetzten Technologien liefern.
Effizienz ja, Nachweise fehlen
76 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der größte Hebel von GenAI in der Verbesserung interner Teameffizienz liegt.
Viele erhoffen sich darüber hinaus Unterstützung beim Identifizieren von Einsparpotenzialen bei externen Rechtsberatern (43 %) sowie bei der Analyse von Abrechnungsmustern externer Kanzleien (42 %).
Doch trotz dieser positiven Einschätzungen klafft eine deutliche Lücke zwischen Wahrnehmung und messbarem Nachweis:
◉ Nur 12 Prozent der internen Rechtsteams erfassen den ROI eingesetzter Technologien.
◉ Lediglich 16 Prozent messen Ergebnisse im Verhältnis zu den Kosten.
◉ Die Zeit bis zur Falllösung wird nur von 28 Prozent dokumentiert.
◉ Den Einfluss auf Geschäftsergebnisse messen gerade einmal 9 Prozent.
Vom Kostenfaktor zum Geschäftspartner
Dabei verfolgen 83 Prozent der Befragten zwar ihre Ausgaben für externe Rechtsberatung – aber eben keine Outcome-orientierten Kennzahlen, die den strategischen Mehrwert der Abteilung belegen könnten.
Ein Bewusstseinswandel zeichnet sich ab: Nur 4 Prozent der Befragten glauben, dass GenAI keinerlei Einfluss auf die Außenwahrnehmung ihrer Abteilung haben wird. Das Bild der Rechtsabteilung als reiner Kostenstelle bröckelt.
Jason L. Brown, Präsident und CEO der ACC, bringt es auf den Punkt: GenAI beschleunige den Wandel von einer reaktiven Support-Funktion hin zu einem datengestützten strategischen Partner bei Unternehmensentscheidungen.
Infrastruktur als Engpass
Damit dieser Wandel gelingt, braucht es jedoch mehr als Technologie. Chuck Kellner, Strategic Discovery Advisor bei Everlaw, verweist auf den nächsten notwendigen Schritt: Effizienzgewinne seien greifbar – aber der eigentliche Fortschritt liege darin, Ergebnisse mit derselben Präzision nachzuweisen, die der Rest des Unternehmens erwartet.
Dafür brauche es gezielte Investitionen in Berichtstechnologie, solide Datensicherheits-Governance und KI-spezifische Weiterbildung.
69 Prozent der Befragten halten die Einführung von GenAI für Metriken und Berichterstattung in den nächsten drei bis fünf Jahren für entscheidend oder sehr wichtig.
Fazit
Mehr als die Hälfte nennt Datenfragmentierung und mangelnde Tool-Integration als die größten Hindernisse auf dem Weg dorthin.
Die Studie macht damit deutlich: Das Potenzial generativer KI für Rechtsabteilungen ist weitgehend anerkannt – die Infrastruktur, um dieses Potenzial auch belastbar zu messen, fehlt jedoch noch in den meisten Unternehmen…
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Sierks Media / © Foto: Grok, xAI
