NHR-Konferenz Paderborn – KI, Simulation und neue Hardware
Vom 14. bis 17. September 2026 wird Paderborn zum Treffpunkt der deutschen Hochleistungsrechen-Community.
Die Konferenz der Nationalen Hochleistungsrechenzentren (NHR) bringt Forscher, Ingenieure, Rechenzentrumsbetreiber und Entscheidungsträger aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen.
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Experten treffen sich im September in Paderborn
Veranstaltet in Kooperation mit dem Paderborn Center for Parallel Computing (PC2) der Universität Paderborn, steht die Veranstaltung im Zeichen des Brückenschlags zwischen der Entwicklung modernster HPC-Systeme und ihrer praktischen Anwendung in Wissenschaft und Industrie.
Anmeldungen sind bis zum 6. September möglich, einzelne Workshops stehen auch der breiten Öffentlichkeit offen.
High Performance Computing (HPC) bezeichnet den Einsatz von Supercomputern und Prozessorclustern, um rechenintensive wissenschaftliche Probleme zu lösen, die herkömmliche Systeme überfordern würden.
In Deutschland stellen neun NHR-Zentren, darunter die Universität Paderborn, diese Rechenkapazitäten der Forschung zur Verfügung.
Neue Hardware verlangt neue Rechenmethoden
Die Computertechnik befindet sich im Umbruch. Moderne Prozessoren arbeiten zunehmend mit reduzierter numerischer Genauigkeit – etwa in den Formaten FP16 oder FP8 – um den Rechendurchsatz zu steigern und den Energieverbrauch zu senken.
Ursprünglich aus der KI-Forschung stammend, betrifft dieser Ansatz mittlerweile weite Teile der Wissenschaft.
Wissenschaftler stehen vor der Herausforderung, bestehende Simulationscodes und numerische Methoden an diese neue Hardware-Generation anzupassen.
Gefragt sind hybride Werkzeuge, die numerische Stabilität sicherstellen – und eine enge Zusammenarbeit zwischen KI-Experten und HPC-Praktikern, die gemeinsam die Lücke zwischen moderner Hardware und den präzisen Anforderungen realer Anwendungen schließen müssen.
KI und Simulation für komplexe Entscheidungen
Ein zentrales Konferenzthema ist die sogenannte Entscheidungsintelligenz. Moderne globale Systeme wie Stromnetze, Lieferketten oder Finanzmärkte erfordern eine Rechenleistung, die klassische Computer schlicht nicht erbringen können.
Die Konferenz untersucht, wie sich HPC und KI sinnvoll kombinieren lassen, um komplexe wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen zu bearbeiten.
Die Beiträge umfassen skalierbare Modellierungen, ereignisgesteuerte Simulationen und mehrstufige mathematische Optimierungen. Von besonderem praktischen Interesse sind Forschungsarbeiten zu digitalen Zwillingen sowie der Einsatz von Large Language Models zur Szenario-Analyse.
Anwendungsfelder reichen von Logistik und Marktdesign über Risikomanagement bis zur Resilienz des öffentlichen Sektors. Dieser Themenblock wird von der Gesellschaft für Operations Research (GOR) e.V. organisiert.
Fortschritte in der atomistischen Simulation
Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich der atomistischen Simulation und der Verbindung physikbasierter Modelle mit datengetriebenen KI-Ansätzen.
Von Elektronenstruktur-Berechnungen bis zu großskaligen Molekulardynamik-Studien entwickeln sich die Methoden hin zu automatisierten und vorhersagefähigen Workflows weiter.
Neue numerische Verfahren und adaptive Algorithmen ermöglichen die systematische Erkundung chemischer und materialwissenschaftlicher Räume.
Organisiert wird dieser Block von den Atomistic Simulation Centers (ASC) der NHR-Standorte Berlin, Erlangen und Paderborn.
Networking zwischen Nutzern und Anbietern
Neben dem wissenschaftlichen Programm steht der persönliche Austausch im Mittelpunkt.
Die Konferenz richtet sich an Mitarbeiter der NHR-Zentren, Stipendiaten der NHR Graduate School sowie alle, die in NHR-Arbeitsgruppen oder -Projekten aktiv sind.
Das zweigeteilte Format umfasst eine wissenschaftliche Konferenz am 14. und 15. September mit Fachvorträgen und Poster-Präsentationen sowie ein Networking-Event am 16. und 17. September, das den Austausch zwischen Nutzern und Anbietern der NHR-Zentren in den Vordergrund stellt.
Paderborn baut Superrechner-Kapazitäten aus
Der Standort Paderborn ist mit gleich zwei Superrechnern im NHR-Verbund vertreten. Der seit 2022 betriebene Supercomputer Noctua 2 verfügt über 140.000 Prozessorkerne und bearbeitet hochkomplexe Aufgaben aus Quantenforschung, Materialwissenschaft und nachhaltiger Energietechnik.
Das Nachfolgesystem Otus besitzt die doppelte Rechenleistung. Otus soll bald noch leistungsfähiger werden: Der Kaufvertrag mit der Pro-Com Datensysteme GmbH für eine Erweiterung des Lenovo-Systems ist bereits unterzeichnet, die Inbetriebnahme der neuen Komponenten ist für Ende 2026 geplant.
Für den Ausbau stehen über 12 Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln bereit. Weitere Informationen und die Anmeldung zur Konferenz sind unter nhr-verein.de/events-trainings/nhr-conference verfügbar.
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