AI Slop nimmt extrem zu
Automatisiert erzeugte Videos, Bilder, SEO-Texte und Social-Media-Posts überfluten zunehmend das Internet.
Der Begriff „AI Slop“ beschreibt dabei nicht jeden KI-generierten Inhalt, sondern speziell jene Beiträge, die durch geringe Qualität, fehlende redaktionelle Prüfung und das primäre Ziel auffallen, möglichst kostengünstig Reichweite oder Klicks zu erzeugen.
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Studien und Daten belegen den Anstieg
Mehrere unabhängige Untersuchungen zeigen das Ausmaß der Entwicklung. Eine Analyse von AI Forensics ergab, dass rund 25 Prozent der obersten TikTok-Suchergebnisse zu untersuchten populären Hashtags aus AI-Slop-Videos bestanden. Etwa 80 Prozent dieser Videos wirkten dabei fotorealistisch, ein Großteil stammte von weitgehend automatisierten Accounts.
Auch im Textbereich zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Eine SEO-Analyse, über die mehrere Medien berichteten, geht bei englischsprachigen Online-Artikeln inzwischen von einem Anteil von mehr als 50 Prozent KI-generierter Inhalte aus. Diese Zahl lässt sich allerdings nicht als allgemeingültige Messung des gesamten Internets verstehen und sollte entsprechend vorsichtig interpretiert werden.
Parallel dazu wächst die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema. Laut Meltwater wurde der Begriff „AI Slop“ im letzen Jahr etwa neunmal so häufig erwähnt wie noch 2024.
Wirtschaftliche Gründe hinter der Entwicklung
Der Anstieg von AI Slop lässt sich vor allem wirtschaftlich erklären. Mithilfe von KI-Agenten kann ein einzelner Account innerhalb kurzer Zeit hunderte Varianten eines Videos, Bildes oder Textes erzeugen.
Anschließend wird systematisch getestet, welcher Beitrag vom Algorithmus zufällig bevorzugt wird. Für Plattformen kann dieses Vorgehen kurzfristig sogar von Nutzen sein, da selbst absurde Inhalte Interaktionen auslösen und die Verweildauer erhöhen können.
Verstärkt wird der Trend zusätzlich dadurch, dass generative KI-Modelle stetig günstiger und einfacher zugänglich werden. Damit sinkt die Einstiegshürde für Content-Farmen, gefälschte Profile, erfundene Produktbewertungen sowie automatisierte Nachrichten- und Ratgeberseiten erheblich.
Welche Schäden AI Slop verursachen kann
AI Slop ist mehr als nur eine Frage des schlechten Geschmacks. Die Folgen reichen deutlich weiter: Suchmaschinen werden mit austauschbaren und fehlerhaften Texten überflutet, während die Sichtbarkeit seriöser journalistischer und kreativer Arbeit spürbar sinkt.
Gleichzeitig begünstigt die Masse an automatisiertem Content die besonders schnelle Verbreitung von Falschinformationen und Propaganda. Auch das grundsätzliche Vertrauen in Bilder, Videos und vermeintliche Augenzeugenberichte gerät zunehmend ins Wanken. In sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Finanzen oder Politik kann minderwertiger KI-Content sogar reale Schäden verursachen.
Das eigentliche Problem liegt also nicht darin, dass KI überhaupt Inhalte produziert, sondern darin, dass massenhaft ungeprüfter Content ohne erkennbare Verantwortung veröffentlicht wird.
Was das für Journalismus und Publishing bedeutet
Vor diesem Hintergrund gewinnt der menschliche Mehrwert in Redaktionen und Online-Magazinen zunehmend an Bedeutung. Eigene Recherche, überprüfbare Quellen, klare Autorenschaft, redaktionelle Einordnung und erkennbare fachliche Erfahrung werden zu entscheidenden Unterscheidungsmerkmalen.
Ein mit KI unterstützter, aber sorgfältig redigierter Artikel zählt dabei ausdrücklich nicht als AI Slop. Zum Slop wird ein Beitrag erst dann, wenn niemand Fakten, Quellen, Sprache und Verantwortung überprüft.
Die kurze Formel lautet daher: Mehr KI-Inhalte werden entstehen – und damit wahrscheinlich auch mehr AI Slop. Die entscheidende Trennlinie verläuft dabei jedoch nicht zwischen Mensch und Maschine, sondern zwischen verantworteter Redaktion und automatisierter Massenproduktion…
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