Pressekonferenz: NürnbergMesse stellt sich für die Zeit nach Corona auf

Pressekonferenz: NürnbergMesse stellt sich für die Zeit nach Corona auf

Die NürnbergMesse schöpft nach schweren Monaten, in denen wegen des Corona-Virus auf dem heimischen Messegelände und weltweit bisher mehr als 40 Veranstaltungen ausfallen mussten, neuen Mut für die Zukunft.

„Wir sind optimistisch, dass wir diese Herausforderung erfolgreich meistern werden“, sagte Messe-CEO Roland Fleck bei der jährlichen Bilanz-Pressekonferenz in Nürnberg.

Anzeige

Im Ausland sei der Neustart bereits geglückt: Vier Messen im chinesischen Shanghai in der vergangenen Woche stehen für den Aufbruch in eine neue Messerealität nach Corona. Ab September soll es auch in Nürnberg wieder erste Vor-Ort-Veranstaltungen geben.

Seit Ende Februar ist das Nürnberger Messegelände verwaist. Menschen miteinander vernetzen: Das Motto, das sich die Franken als eine der 15 größten Messegesellschaften weltweit für dieses Jahr gegeben hatten, ist den Nürnbergern durch Corona zur „Achillesferse“ geworden, wie Messe-Co-CEO Peter Ottmann betonte.

Weltweit seien seit Beginn dieses Jahres bereits mehr als 3.000 Veranstaltungen dieser Art dem Virus zum Opfer gefallen. Sicher ist bereits heute: Die Pandemie wird tiefe Spuren in der Bilanz der NürnbergMesse hinterlassen. Rechneten die Franken zu Jahresbeginn noch mit einem Rekordumsatz von rund 350 Millionen Euro für 2020, liegt die Prognose für dieses Jahr aktuell um mehr als zwei Drittel niedriger bei rund 100 Millionen Euro. „Bis zu 75 Prozent des Umsatzes werden fehlen“, glaubt Messechef Fleck.

Die beiden Messegeschäftsführer blicken dennoch mit Optimismus in die Zukunft. Ein Grund dafür ist nach Angaben der beiden CEOs die exzellente Ausgangslage des Unternehmens.

In den vergangenen Jahren baute die Gesellschaft Rücklagen von rund 37 Millionen Euro auf, die nun zur Verfügung stehen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. „Die Krise hätte uns also nicht zu einem besseren Zeitpunkt als jetzt treffen können“, sagte Roland Fleck beim Pressegespräch.

Die beiden Messe-CEOs, Dr. Roland Fleck und Peter Ottmann (von links), blicken trotz der schwierigen vergangenen Monate optimistisch in die Zukunft.
Die beiden Messe-CEOs, Dr. Roland Fleck und Peter Ottmann (von links), blicken trotz der schwierigen vergangenen Monate optimistisch in die Zukunft.

Das Jahr 2019 hatte für die Nürnberger ein „goldenes Messejahrzehnt“ gekrönt und geht mit 176 Veranstaltungen, 14 Premieren und 286 Millionen Euro Umsatz als erfolgreichstes ungerades Geschäftsjahr in die Geschichte ein.

Damit erlöste die Messe rund 39 Prozent mehr als im – in Bezug auf die Zahl der Veranstaltungen ähnlichen – Vergleichsjahr 2017. Während die Zahl der Aussteller, der Besucher und der verkauften Fläche im vergangenen Jahr im Messe-Bundesvergleich weitgehend stagnierte, vermeldet Nürnberg in allen drei Bereichen ein deutliches Plus.

Menschen miteinander vernetzen: Im zweiten Halbjahr will die NürnbergMesse dieses Motto wieder stärker mit Leben erfüllen, sobald es das Infektionsgeschehen und auch die Reisebereitschaft und die Reisemöglichkeiten von Ausstellern und Besuchern wieder zulassen.

Fünf Messen sollen nach derzeitigem Stand bis zum Jahresende auf dem Areal vor den Toren Nürnbergs stattfinden – mit der Gartenbau- und Landschaftsmesse „GaLaBau“ als erster Veranstaltung im September und der IT-Sicherheitsmesse „it-sa“ im Oktober.

Beide Foren entwickelt die NürnbergMesse dazu zu hybriden Messeformaten weiter: Rahmenprogrammpunkte, Fachdiskussionen und Produktpräsentationen sollen vor Ort im Messezentrum stattfinden und virtuell zugänglich sein.

Ein neuer, bereits zu Jahresbeginn geschaffener Geschäftsbereich „Corporate & Digital Development“ soll die Digitalisierung der Nürnberger Messeformate forcieren: Als digitale Erweiterungen realer Messeveranstaltungen sollen digitale Plattformen zum einen aktuell einen Ersatz für ausgefallene Branchentreffpunkte bieten.

Zu anderen sollen sie Besuchern und Ausstellern auch nach Corona neue Möglichkeiten bieten, sich auszutauschen. Dass dieses Konzept in der Fachwelt ankommt, bewies nach Worten der beiden Geschäftsführer Anfang Juli der Medizintechnik-Kongress „MedtecLive“: Die Community traf sich drei Tage lang im Netz.

„Das Resultat: schnelle Interaktion, gute Ergebnisse, zufriedene Kunden“, sagte Peter Ottmann beim Pressegespräch. In der Vision, bestehende Messekonzepte digital zu verbreitern und zu vertiefen, sieht der Messe-CEO großes Potenzial für die Zukunft: „Der große Mehrwert liegt darin, onsite und online zum maximalen Nutzen für unsere Kunden zu verknüpfen.“

PR Agent als Leser*in unterstützen?Besuchen Sie unser Bezahlangebot.
News verpasst? Unser Tipp: Den Updates von @PRAgentMedia in Social Media folgen.

© Fotos: obx-news, NürnbergMesse / Quelle: obx-news