Media News – aktuelle Neuigkeiten aus der Medienbranche und Pressemeldungen

News

Flashdance (1983): Was steckt hinter der legendären Szene?

Die Schlussszene von Flashdance gehört zu den bekanntesten Filmsequenzen der 1980er Jahre – und hinter ihr steckt weit mehr, als das Publikum damals ahnte.

Was Alex Owens Vortanzen vor der Jury der Tanzakademie so unvergesslich macht, ist nicht nur die Energie auf der Leinwand, sondern auch die Geschichte dahinter.


Vier Personen, eine Figur

Hauptdarstellerin Jennifer Beals (auf dem Foto oben) ist untrennbar mit der Rolle der Alex Owens verbunden – doch die finale Tanzperformance war ein sorgfältig kaschierter Zusammenschnitt aus den Leistungen von vier verschiedenen Personen.

Die Nahaufnahmen und einfacheren Bewegungen übernahm Beals selbst. Die technisch anspruchsvollen Jazz- und Ballettpassagen aber lagen in den Händen der französischen Profitänzerin Marine Jahan – die im Abspann des Films mit keinem Wort erwähnt wurde, um die Illusion einer einzigen Performerin zu wahren.

Den spektakulären Hechtsprung steuerte die Turnerin Sharon Shapiro bei. Und weil kein weibliches Double die Breakdance-Moves beherrschte, übernahm der Tänzer Richard „Crazy Legs“ Colón – mit Perücke – die am Boden gedrehten Rücken-Spins.

Jahan war über das Verschweigen ihrer Beteiligung so verärgert, dass sie die Geschichte Jahre später selbst öffentlich machte.

Was passiert in dieser Szene?

Alex betritt den Vortanzsaal sichtlich nervös. Die Anwesenheit klassisch ausgebildeter Tänzerinnen schüchtert sie ein – sie zweifelt kurz an sich selbst. Ihr Freund Nick Hurley (Michael Nouri) ermutigt sie, die Chance zu ergreifen.

Zu Beginn des Vortanzens passiert ihr dann ein kleiner Fehler. Sie bricht ab, lässt die Musik von vorne beginnen – und liefert danach die Sequenz ab, die Filmgeschichte schreiben sollte: eine Mischung aus Breakdance, Akrobatik und moderner Tanztechnik, unterlegt mit dem Song „Flashdance… What a Feeling“ von Irene Cara.

Das Stück, komponiert von Giorgio Moroder, gewann den Oscar für den besten Originalsong und stand weltweit auf Platz eins der Charts.

Der Film endet in einem eingefrorenen Bild: Alex rennt strahlend aus dem Gebäude, reicht Nick eine Rose – ob sie offiziell angenommen wurde, bleibt technisch offen. Die triumphale Stimmung lässt keinen Zweifel. Hund und Porsche sind ebenfalls dabei.

Kurioses aus der Produktion

◉ Das Sweatshirt-Malheur als Stilikone: Der berühmte Off-the-Shoulder-Look war kein Designentscheid, sondern ein Versehen. Jennifer Beals hatte ein Sweatshirt, das beim Waschen eingelaufen war.

Um es überhaupt anziehen zu können, schnitt sie den Kragen ab. Regisseur Adrian Lyne fand den Look so überzeugend, dass er ihn zum visuellen Markenzeichen des gesamten Films machte.

◉ Das Casting per Abstimmung: Die Produzenten konnten sich zwischen Jennifer Beals, Demi Moore und einer weiteren Kandidatin nicht einigen.

Je nach Überlieferung wurden Fotos der Bewerberinnen männlichen Crewmitgliedern, oder einer Gruppe von Sekretärinnen, gezeigt und nach Attraktivität bewertet. Beals gewann deutlich.

◉ „Maniac“ als Horrorfilm-Überbleibsel: Der Song, der heute untrennbar mit Tanzszenen der 80er verbunden ist, wurde ursprünglich für einen Horrorfilm über einen Serienmörder geschrieben.

Der Text wurde nachträglich für den Tanzkontext umgeschrieben.

◉ Stroboskop-Probleme am Set: Während der „Maniac“-Szene – die von vielen mit dem Finale verwechselt wird – mussten mehrere Crewmitglieder das Set verlassen.

Das Stroboskoplicht blitzte mit sechs Impulsen pro Sekunde und verursachte gesundheitliche Beschwerden.

Warum die Szene bis heute wirkt

Flashdance funktionierte in seiner Ästhetik wie ein verlängertes Musikvideo – kein Zufall, denn Regisseur Adrian Lyne kam aus der Werbefilm-Branche.

Der Film prägte die visuelle Sprache des MTV-Zeitalters mit und machte die Audition-Szene zu einem kulturellen Referenzpunkt, der bis heute parodiert, zitiert und nachgeahmt wird.

Dass hinter dem scheinbar spontanen Ausbruch einer einzelnen Frau tatsächlich vier Performer, ein neu geschriebener Songtext und ein zu heiß gewaschenes Sweatshirt stecken – das macht die Szene eigentlich erst vollständig…

📰 Eigene Mitteilung veröffentlichen? ➡️ Pressemeldung bei PR Agent buchen...

News verpasst? Tägliche Updates in Social Media unter @PRAgentMedia.

☕ Gefällt Ihnen?
Seit Jahren vertrauen uns unzählige Menschen und nutzen unsere Online-Magazine.

PR Agent (Sierks Media) hat keine millionenschweren Eigentümer - und dennoch bieten wir alle Inhalte kostenlos an.

Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, freuen wir uns über Ihre Unterstützung - egal ob klein oder groß.

➡️ Redaktion unterstützen und PR Agent auf einen Kaffee einladen...

Sierks Media / © Foto: Wikimedia Commons, Towpilot, CC BY-SA 3.0 / Video: YouTube

Marion Granzin

Autorin | Redaktion: media@sierks.media