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Pressemitteilungen erstellen – SEO, GEO und Lektorat

Wer Pressemitteilungen erfolgreich verbreiten will, muss heute über die klassische Pressearbeit hinausdenken und die Mechanismen von SEO, GEO sowie ein professionelles Lektorat beherrschen.

Da moderne Redaktionen, Verbraucher und KI-Suchmaschinen wie ChatGPT, Gemini, Perplexity und Claude gleichermaßen auf digitale Inhalte zugreifen, entscheidet neben der technischen Strukturierung vor allem die sprachliche Konsistenz über die Glaubwürdigkeit der Nachricht.


In Zeiten sinkender Textqualität in der PR-Branche wird ein sauberer Schreibstil zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

➡️ Lesen Sie weitere solcher Fachartikel in unseren PR Ratgeber Beiträgen.

1. SEO für Pressemitteilungen: Gefunden werden in klassischen Suchmaschinen

Klassische Suchmaschinen wie Google bewerten Pressemitteilungen nach Relevanz, Struktur und Aktualität. Um in den Nachrichten-Feeds und Suchergebnissen ganz oben zu landen, müssen bestimmte technische und inhaltliche Kriterien erfüllt sein.

◉ Keywords strategisch platzieren: Das Hauptkeyword gehört in die H1-Überschrift, den Teaser (ersten Absatz) und in mindestens eine Zwischenüberschrift. Vermeiden Sie jedoch Keyword-Stuffing, da dies von Google abgestraft wird.

◉ Sprechende Überschriften nutzen: Verwenden Sie eine klare H1, die neugierig macht und gleichzeitig den Kern der Nachricht zusammenfasst. Nutzen Sie H2- und H3-Unterüberschriften, um den Text für Leser und Suchmaschinen-Crawler lesbar zu strukturieren.

◉ Natürliche Linkbuilding-Struktur: Setzen Sie Hyperlinks sparsam und gezielt ein. Verlinken Sie auf relevante Landingpages oder weiterführende Studien auf Ihrer Website. Wichtig: Nutzen Sie für PR-Portale idealerweise „nofollow“- oder „sponsored“-Attribute, um Google-Richtlinien zu entsprechen.

◉ Medien mit Alt-Tags versehen: Bilder und Videos erhöhen die Verweildauer. Hinterlegen Sie bei allen eingebundenen Medien SEO-optimierte Alt-Texte, damit diese auch in der Bildersuche gefunden werden.

2. GEO für Pressemitteilungen: Sichtbarkeit in Zeiten von KI-Suchmaschinen

Generative Engine Optimization (GEO) gewinnt rasant an Bedeutung. Hierbei geht es darum, Inhalte so aufzubereiten, dass sie von Künstlichen Intelligenzen (Reportern, Chatbots und KI-Such-Overviews) als vertrauenswürdige Quelle zitiert werden.

◉ Direkte Antworten liefern (Information Gain): KI-Modelle suchen nach prägnanten Fakten. Strukturieren Sie Kernaussagen so, dass sie W-Fragen (Wer, Was, Wann, Warum, Wo) direkt und unmissverständlich beantworten. Bullet-Points eignen sich hierfür perfekt.

◉ Zitate und Expertenstimmen einbinden: Large Language Models (LLMs) bevorzugen Inhalte mit hoher Autorität. Einzigartige Zitate von CEOs oder Experten heben Ihre Meldung von Standard-KI-Texten ab und erhöhen die Chance, als Primärquelle genannt zu werden.

◉ Klare Entitäten und Fachbegriffe nutzen: Verwenden Sie präzise Eigennamen, Markennamen und etablierte Fachbegriffe. Je eindeutiger die Beziehungen zwischen den Begriffen in Ihrem Text sind, desto besser kann die KI den Kontext einordnen und ausgeben.

◉ Statistiken und Daten liefern: Zahlen, Prozentsätze und Studienergebnisse sind für KI-Suchmaschinen hochgradig attraktiv. Verpacken Sie Daten in leicht auslesbare Sätze oder kompakte Listen.

3. Das Lektorat-Problem: Der Gender-Wildwuchs sinkender Textqualität

Ein massives Problem in der aktuellen PR-Praxis ist das unstrukturierte Nebeneinander verschiedener Sprachstile innerhalb eines einzigen Textes. Mal wird das generische Maskulinum genutzt, mal wird mit Doppelpunkt gegendert, an anderer Stelle tauchen plötzlich Partizipformen oder neutrale Begriffe auf.

Dieser wilde Gender-Mix wirkt unprofessionell, schreckt Journalisten ab und verwirrt Suchmaschinen-Algorithmen gleichermaßen. Ein striktes Lektorat ist daher unerlässlich.

◉ Entscheidung für einen einheitlichen Stil: Legen Sie vor dem Schreiben fest, welcher Sprachstil durchgängig genutzt wird. Wenn Sie sich für das generische Maskulinum entscheiden, ziehen Sie es konsequent durch. Wählen Sie das Gendern mit Sonderzeichen (z. B. Journalist:innen), darf im nächsten Absatz nicht plötzlich wieder die männliche Form allein stehen.

◉ Barrierefreiheit und Lesbarkeit wahren: Sonderzeichen wie der Doppelpunkt oder das Sternchen können den Lesefluss hemmen und Screenreader für sehbehinderte Menschen stolpern lassen. Partizipformen (z. B. „Mitarbeitende“) oder neutrale Begriffe („Fachkräfte“) sind oft die elegantere, barrierefreie Alternative – solange sie nicht wahllos mit anderen Formen vermischt werden.

◉ Einen klaren Corporate-Styleguide etablieren: Verhindern Sie sinkende Textqualität, indem Sie für Ihr Unternehmen oder Ihre Agentur verbindliche Regeln definieren. Ein professionelles Lektorat prüft jede Pressemitteilung vor dem Versand akribisch auf diese stilistische Konsistenz.

4. Der optimale Aufbau: Das müssen Sie beim Versand beachten

Neben der technischen Optimierung und der sprachlichen Qualität entscheidet das Timing und der gewählte Verteiler über den endgültigen Erfolg Ihrer Pressekampagne.

◉ Der richtige Verteilermix: Nutzen Sie eine Kombination aus etablierten PR-Portalen (für die schnelle SEO-Reichweite) und einem personalisierten Journalisten-Verteiler (für die qualitative Berichterstattung).

◉ Der Zeitpunkt: Versenden Sie Pressemitteilungen idealerweise an Dienstagen, Mittwochs oder Donnerstags in den frühen Morgenstunden. Vermeiden Sie die vollen Stunden (z. B. Punkt 09:00 Uhr) und weichen Sie stattdessen auf krumme Zeiten wie 08:42 Uhr aus, um in den Postfächern nicht unterzugehen.

◉ Boilerplate und Pressekontakt pflegen: Am Ende jeder Mitteilung gehört ein standardisiertes Unternehmensprofil (Boilerplate) sowie ein vollständiger Pressekontakt inklusive Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Das schafft Vertrauen bei Journalisten und liefert KI-Systemen wichtige Stammdaten zur Verifizierung Ihrer Urheberschaft.

Fazit: Erfolgreiche Pressemitteilung vereint Technik und Sprachqualität

Unser Herausgeber Jan-Christopher Sierks sagt: „Eine moderne Pressemitteilung muss den Spagat zwischen Mensch und Maschine meistern. Während eine durchdachte Keyword-Strategie und GEO-optimierte Fakten für die nötige Sichtbarkeit in klassischen Suchmaschinen sowie KI-Systemen sorgen, sichert ein kompromissloses Lektorat die journalistische Relevanz.“

Und weiter meint er: „PR-Verantwortliche, die den aktuellen Gender-Wildwuchs stoppen und stattdessen auf stilistische Konstanz und Barrierefreiheit setzen, heben sich positiv von der Masse ab. Nur wer technische Reichweite mit handwerklicher Textqualität verbindet, sichert sich langfristig das Vertrauen von Redaktionen und Algorithmen.“

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Sierks Media / PR Agent / © Foto: AndreyPopov, de.depositphotos.com

Annabella Trinzen

Autorin | Redaktion: [email protected]