Aufwühlende Doku – die Tragödie von Sinzig: „Allein gelassen in der Flut“

Aufwühlende Doku - die Tragödie von Sinzig: "Allein gelassen in der Flut"

Auf dem Foto: Zu einer Tragödie kam es in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 im Lebenshilfehaus in Sinzig. Zwölf Bewohnerinnen und Bewohner mit Behinderungen ertranken in ihren Zimmern im Erdgeschoss in den Fluten der Ahr.

Wasser drückt die Wände ein. Die Ahr-Flut reißt zwölf Bewohner mit Behinderungen im Lebenshilfehaus in Sinzig in den Tod. „ZDFzoom: Die Spur“ fragt ein Jahr nach der Tragödie: Wäre das Unglück vermeidbar gewesen?

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Zu sehen ist die Dokumentation „Allein gelassen in der Flut – der tragische Tod von zwölf Menschen mit Behinderungen“ am Mittwoch, 18. Mai 2022, 22.45 Uhr, im ZDF.

Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Wären die Bewohner vor der Flut an der Ahr früher gewarnt worden, hätten sie gerettet werden können. Gewarnt wurden sie, aber viel zu spät. Dabei kam das Wasser nicht überraschend – Zeit war genug.

Die Menschen mit Behinderungen ertranken in einem Wohnheim der Lebenshilfe in Sinzig. Sinzig liegt fast am Ende der Ahr. In der Flutnacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 verwüsteten Wassermassen bereits seit Stunden die Ortschaften flussaufwärts der Ahr.

Wirklich gewarnt wurden die Bewohner in Sinzig nach unseren Recherchen aber erst zirka eine halbe Stunde, bevor eine Flutwelle das Haus unter Wasser setzte. In der Nacht hatte nur ein Betreuer Dienst.

Alle Bewohner allein zu evakuieren, schaffte er nicht. Einigen rettete er noch das Leben, für zwölf Bewohner reichte aber die Zeit nicht, sie blieben in ihren Zimmern im Erdgeschoss und ertranken. Keine Feuerwehr und keine Polizei – niemand war ihnen zur Hilfe geeilt.

Um zu verstehen, was in der Flutnacht im Juli vergangenen Jahres geschah, gehen Cristina Helberg und Johannes Musial den Geschehnissen auf den Grund. Akribisch rekonstruieren sie die Abläufe der Stunden bevor das Erdgeschoss des Wohnheims für Menschen mit Behinderungen in den Wassermassen der Ahr versank.

In der ZDF Mediathek ist der Film von David Seeberg, Eser Aktay, Cristina Helberg, Torben Becker und Johannes Musial ab dem Sendungstag zwei Jahre lang verfügbar.

Sie analysieren Social-Media-Videos, Warn-Ketten, Hochwasserkarten und Satellitenbilder. Getrieben von der Frage, ob der Tod der zwölf Menschen hätte verhindert werden können, versuchen sie die Zuständigkeiten von Behörden und Politik nachzuvollziehen.

Mit Voranschreiten der Recherche treffen die Journalisten auf wütende Angehörige und traumatisierte Nachbarinnen, auf einen Feuerwehrmann und mutige Ersthelfer. Ihre Recherche zeichnet das Bild eines beispiellosen Systemversagens.

Die Frage bleibt: Muss jemand die Verantwortung für das Unvorhergesehene übernehmen? Und wie sollen die Hinterbliebenen ihren Frieden finden, wenn das nicht passiert?

Rund um den ersten Jahrestag der Ahrtalflut im Juli wird es im ZDF einen Programmschwerpunkt zum Thema geben.

Schon jetzt beschäftigt sich „plan b“ am Samstag, 21. Mai 2022, 17.35 Uhr, in „Stadt, Land – unter? Konzepte gegen Starkregen“ mit Maßnahmen zum Schutz vor solchen Naturkatastrophen.

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© Foto: ZDF, Till Röhlig

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