Traumjob Influencer? Fame, Likes und Depressionen…

Traumjob Influencer? Fame, Likes und Depressionen...

Auf dem Foto: Reporterin Elsa Sieveking (links) und Influencerin Sara Kulka (rechts).

Es war der Knall Anfang des Jahres in der Welt von Instagram, YouTube und Co: Vier berühmte Influencer aus Deutschland schmissen hin. Die Gründe: Stress, Burnout und Vereinsamung.

Anzeige

Dabei ist Influencer ein Traumjob für viele. Welche Risiken und Nebenwirkungen hat dieser Job? Wie abhängig machen sich gerade junge Menschen von den Algorithmen?

MDR-„Exactly“ fragt nach. Zu sehen ist die neue Folge der Reportagereihe ab Montag, 16. Mai, in der ARD Mediathek sowie auf dem YouTube-Kanal „MDR Investigativ“.

„Sobald du nicht aktiv bist, sinkt deine Reichweite und das Interesse der Leute”, sagt Sara Kulka, erfolgreiche Influencerin aus Sachsen.

Sie ist vor zehn Jahren als Teilnehmerin der TV-Sendung „Germanys next Topmodel” deutschlandweit bekannt geworden.

In den sozialen Netzwerken hat sie über 250.000 Follower. Ihre Themen: das Leben als Mutter zweier Kinder, Beauty und Lifestyle. Sie macht ihr Leben transparent.

Doch um welchen Preis? „Ich hatte auch mal einen Stalker – ganz krass, der auch rausgefunden hat, wo wir wohnen, was eigentlich sehr schwierig ist”, erzählt Kulka.

Neben einigen anderen großen deutschsprachigen Influencern verkündete Jonas Ems Ende 2021, dass es für ihn in den sozialen Netzwerken nicht weitergehen kann wie zuvor.

Er hat 2,75 Millionen Abonnenten auf YouTube und 1,4 Millionen Follower auf Instagram. Damit ist er einer der Erfolgreichsten seiner Zunft.

Das erste YouTube-Video veröffentlichte Jonas mit zwölf Jahren. Heute bezeichnet er Social-Media-Plattformen als toxisch – und das, obwohl er gut 10.000 Euro netto im Monat mit Social Media verdient.

„Ich hasse die allermeisten Plattformen, weil die Algorithmen wirklich sehr widerlich sind“, sagt Jonas Ems.

Die MDR-„Exactly“ Reportage ist ein Film von Jonas Juckeland und Elsa Sieveking.

Mit MDR-„exactly“-Reporterin Elsa Sieveking spricht Jonas offen über seinen Nervenzusammenbruch. „Die Hälfte von den Leuten, die ich so aus meiner Branche kenne, sind völlig kaputt im Kopf”, erzählt er.

Warum ist das so? Macht uns Social Media – sowohl als Nutzerinnen und Nutzer, als auch als Content Creator – krank?

„Eine große Reichweite als Influencer schafft Druck zu performen, lässt wenig Spontanität zu. Dauerhaftes Stresserleben, kaum Ruhezeiten führen zu Schlafmangel, Erschöpfung bis hin zu depressiver Symptomatik”, sagt Psychologin Hendrikje Schmidt.

Sie arbeitet bei dem psychosozialen Beratungsangebot krisenchat.de. Ein Mittel, um nicht in die Fallen von Social Media zu tappen, ist frühzeitige Aufklärung.

Eine sechste Klasse des Elisabeth Gymnasiums in Halle (Saale) nimmt deshalb an einem Medienkompetenztraining teil.

Spielerisch werden die Schülerinnen und Schüler über Risiken und Nebenwirkungen von Social Media aufgeklärt.

„Exactly“ begleitet erfolgreiche Influencerinnen und Influencer, jene, die aufhören wollen und solche, die es gern werden wollen.

Eine Spurensuche mit der Frage: Ist das wirklich der Traumberuf, von dem vor allem viele junge Menschen träumen?

Oder gleicht die schillernde Social-Media-Welt doch eher einem knallharten Fulltime-Job?

Anzeige

PR Agent als Leser*in unterstützen?Besuchen Sie unser Bezahlangebot.
News verpasst? Unser Tipp: Den Updates von @PRAgentMedia in Social Media folgen.

© Foto: MDR, Jonas Juckeland, Mia Media