Wiesn-Skandal – BR-Recherche enthüllt, wer hinter Videos steckt
Voyeuristische Oktoberfest-Clips sind ein Geschäft: Recherchen des Bayerischen Rundfunks (BR) zeigen erstmals, wer hinter den vermeintlich anonymen Accounts steht, die tausende Teufelsrad-Videos produzieren, verbreiten und verkaufen.
Juristisch können sich Betroffene meist nur schwer wehren, denn der sogenannte Upskirting-Paragraf greift in der Regel nicht.
![]()
Der BR berichtet am Dienstag, 29. September 2026, im Radio, im Fernsehen und online über den Fall.
Voyeuristische Videos vom Oktoberfest-Teufelsrad
Die Videos tragen Titel wie „Sexy Drunk Girls“ oder „Heiße Fahrt auf dem Oktoberfest“. Seit Jahren tauchen im Internet Tausende solcher Aufnahmen vom Teufelsrad auf, einer beliebten Attraktion auf dem Oktoberfest.
Sie zeigen vor allem Frauen während der Fahrt, immer wieder ist ihre Unterwäsche zu sehen. Manche Vorschaubilder sind digital manipuliert und zeigen Frauen mit nackten Brüsten oder gänzlich unbekleidet.
Wer systematisch solche Videos filmt, bearbeitet und auf Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok hochlädt, war bislang unklar.
Akteure aus Bayern und der Ukraine
Nach den Recherchen des BR stehen hinter zahlreichen Aufnahmen mehrere Akteure aus Bayern sowie eine Gruppe von YouTube-Profis aus der Ukraine.
Sie nutzen die Videos offenbar gezielt, um die Reichweite ihrer Social-Media-Accounts zu steigern.
Das Rechercheteam identifizierte unter anderem einen Mann aus Bayern, der mit Dutzenden Accounts in Verbindung gebracht werden kann. Die erfolgreichsten, inzwischen gelöschten Videos erreichten zusammen mehrere hundert Millionen Aufrufe.
Frau aus Oberbayern bot Material an
Die Recherchen führen außerdem zu einer Frau aus Oberbayern. Sie erklärte 2024 öffentlich auf der Plattform X, während des Oktoberfests mehr als 600 Videos produziert zu haben, und bot umfangreiches, bislang unveröffentlichtes Material zum Verkauf an.
Beide Personen ließen Fragenkataloge des BR unbeantwortet. Kurz nach der Kontaktaufnahme wurden einschlägige Inhalte gelöscht. Auch eine ukrainische Online-Community mit mehreren tausend Mitgliedern setzt laut BR auf solche Aufnahmen. Accounts aus ihrem Umfeld warben mit manipulierten Vorschaubildern, bei denen auf die Teufelsrad-Szene Bilder aus Pornofilmen kopiert wurden.
Die Gründer teilten über eine Münchner Anwaltskanzlei mit, die betreffenden Inhalte von ihren Kanälen entfernt zu haben. Ein Fehlverhalten werde damit nicht eingeräumt.
Google, Meta, TikTok und die Teufelsrad-Betreiber
Zudem bot ein Mann in einer ukrainischen Telegram-Gruppe Videos zum Kauf an: Sechs Euro pro Minute sollten Aufnahmen mit ausschließlich Frauen kosten. Nach der BR-Anfrage wurde die Anzeige gelöscht.
Google, Meta und TikTok verwiesen auf ihre Plattformregeln und erklärten, nach der Anfrage des BR Videos und Accounts entfernt zu haben.
Die Betreiber des Teufelsrads teilten mit, bereits seit 2024 mit Hinweisschildern und weiteren Maßnahmen gegen unzulässige Aufnahmen vorzugehen. Bei einem Verdacht auf Upskirting werde die Polizei verständigt.
Warum Betroffene rechtlich oft machtlos sind
Seit 2021 sind bestimmte Aufnahmen nach dem „Upskirting“-Paragrafen §184k StGB ausdrücklich strafbar. In vielen Fällen greift das Gesetz allerdings nicht: etwa, wenn das gesamte Teufelsrad gefilmt wird, der Fokus nicht auf dem Intimbereich liegt oder die Frauen Radlerhosen tragen.
Hinzu kommt, dass das Oktoberfest eine öffentliche Veranstaltung ist, auf der das Filmen anderer Personen in bestimmten Fällen erlaubt ist.
Eine weitere Schutzlücke besteht bei digital erzeugten oder manipulierten Bildern. Solche realistisch wirkenden Fälschungen sind nach aktueller Rechtslage nicht ausdrücklich strafbar.
Wo der BR über die Recherche informiert
Der BR berichtet am Dienstag, 29. September, bei BR24 online und im BR24 Radio, außerdem in der Puls Reportage auf YouTube, in der Abendschau und in den BR24-Fernsehnachrichten.
Auch der Tagesschau-Podcast 11KM greift das Thema auf, zudem sind Beiträge in der Tagesschau und in den Tagesthemen im Ersten geplant.
Am Mittwoch, 30. September, sendet BR24 Radio einen ausführlichen „Funkstreifzug“.
📰 Eigene Mitteilung veröffentlichen? ➡️ Pressemeldung bei PR Agent buchen...
News verpasst? Tägliche Updates in Social Media unter @PRAgentMedia.
Seit Jahren vertrauen uns unzählige Menschen und nutzen unsere Online-Magazine.
PR Agent (Sierks Media) bietet alle Inhalte kostenlos an.
Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, freuen wir uns über Ihre Unterstützung - egal ob klein oder groß.
➡️ Redaktion unterstützen und PR Agent auf einen Kaffee einladen...
Sierks Media / PR Agent / © Foto, Symbolbild: gsdonlin, de.depositphotos.com
