Game Over – im Sog der Computerspielsucht
Manche Menschen – zumeist junge Männer – verbarrikadieren sich im digitalen Universum von Computerspielen. Gründe dafür können ein gescheiterter Berufseinstieg oder andere Hindernisse im Leben sein.
Nach anfänglichen Erfolgserlebnissen funktioniert bald nur noch eines: die maximale Betäubung. Der mittlerweile 30-jährige Liby L. ist computerspielsüchtig und hat sich zehn Jahre lang fast vollständig abgekapselt.
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In der Dokumentation „Game Over – Im Sog der Computerspielsucht“ aus der SRF-Reihe „DOK“ versucht er, sich über die Ursachen und Folgen seiner Sucht klar zu werden. Dabei wird er mit der Frage konfrontiert: Ist angesichts der heutigen Omnipräsenz von digitalen Medien seine Abhängigkeit überhaupt heilbar? 3sat zeigt den Film von Sören Senn am Dienstag, 25. August 2020, um 22.55 Uhr in Erstausstrahlung.
Er beleuchtet Aspekte der wachsenden „Gamification“ des Lebens in einer Weise, wie sie weder im populären E-Sport noch bei alltäglichen Familienkonflikten um mehr oder weniger Onlinezeit für Jugendliche sichtbar werden: nämlich, dass in digitalen Ersatzwelten womöglich fundamentale menschliche Fähigkeiten zu verkümmern drohen.
Wie die meisten Kinder und Jugendlichen hat der gelernte Lebensmitteltechniker Liby L. schon früh seine Faszination für Computerspiele entdeckt. Doch nach massiven Konflikten mit seiner Familie wurde das Zocken für den gebürtigen Solothurner zum alleinigen Lebensinhalt.
Zuletzt saß er über viele Jahre hinweg in einer vom Sozialamt getragenen, abgedunkelten Mansarde und verbrachte bis zu 20 Stunden täglich vor dem Bildschirm. Er wog über 150 Kilogramm, drohte ständig zu kollabieren und konnte kaum noch normal sprechen.
Damals zog seine Sozialarbeiterin die Notbremse. Dank eines Familienplatzes im „Projekt Alp“ kam Liby L. zu einer sechsköpfigen Bauernfamilie im Berner Oberland und hatte zunächst keinen Onlinezugang mehr.
Dieser radikale Entzug machte Abgründe sichtbar: Sozial war er auf der Stufe eines überforderten Kindes stehen geblieben und auch körperlich besaß er kaum noch Ressourcen.
In den kommenden Jahren musste Liby L. Verhaltens- und Bewegungsregeln neu erlernen: vom Händewaschen über die Regulation des Hungergefühls bis zum Aufsetzen eines der Situation angemessenen Gesichtsausdrucks.
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© Foto: Emmanuel, Unsplash
