Die Modebranche nach Corona

Die Modebranche nach Corona

Die Modebranche leidet unter den Auswirkungen der Coronakrise – Hersteller sowie Händler sitzen auf Millionen unverkaufter Kleidungsstücke.

Vor der Coronakrise gehörte es zum Geschäftsmodell der Branche, den Konsum anzuheizen: Immer mehr Kollektionen, immer schneller und immer billiger. Zum Abschluss der sechsteiligen „planet e. pandemie“-Reihe rückt am Sonntag, 14. Juni 2020, 16.30 Uhr im ZDF, die Frage in den Fokus, was die Modebranche tun kann, um die Krise zu bewältigen und langfristig mehr Nachhaltigkeit zu etablieren.

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Die Doku „planet e. pandemie: Wie die Modebranche leidet“ steht ab Freitag, 12. Juni 2020, 10.00 Uhr, in der ZDF-Mediathek zur Verfügung.

Während des Shutdowns waren die Modegeschäfte geschlossen – und seit der schrittweisen Öffnung kaufen die Kunden deutlich weniger Kleidung. Die Folge: Die Händler bleiben auf der Frühjahrsmode sitzen. Der Handelsverband Textil hat zuletzt vor „gigantischen Mengen unverkaufter Ware“ gewarnt.

Was passiert damit? Eine Möglichkeit: die nicht verkäufliche Neuware an Bedürftige zu spenden. Doch trotz Spende wird die Umsatzsteuer fällig – dadurch ist Spenden für Unternehmen in der Regel teurer als die Entsorgung. Die Entsorgungskosten für Neuware liegen laut einer Umfrage der Universität Bamberg im Schnitt bei weniger als einem Euro pro Artikel.

Auch die Altkleidercontainer sind seit der Coronakrise so voll wie nie, weil viele die Zeit der eingeschränkten Kontaktmöglichkeit zum Aussortieren nutzen. Normalerweise werden die kostenlos eingesammelten Altkleider nicht nur auf dem Secondhandmarkt in Deutschland verkauft – sie gehen auch tonnenweise nach Osteuropa oder Afrika.

Doch in Zeiten von Grenzschließungen kam der Handel mit Altkleidern faktisch zum Erliegen. Die Folge: Auch bei gemeinnützigen Sammlern und Sortierbetrieben stapeln sich Berge von Textilien.

In den Produktionsländern wurden Tausende Mitarbeiter von Textilfabriken im Zuge der Krise entlassen, weil westliche Unternehmen Aufträge storniert haben. Die weltweiten Lieferketten der Textilindustrie stehen wegen niedriger Löhne und Ausbeutung schon länger in der Kritik.

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© Foto: ZDF, Anja Utfeld