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Frustration durch Dating-Apps?

Das persönliche Kennenlernen erlebt ein Comeback: Die meisten Singles in Deutschland benutzen zwar Dating-Apps, würden ihren nächsten Partner aber viel lieber im echten Leben finden, zum Beispiel auf modernen Singleparties.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des globalen Ticketinganbieters Eventbrite unter 1.000 deutschen Singles im Alter von 18 bis 45 Jahren. Untermauert wird dieser Trend durch das Wachstum von Singleparties auf Eventbrite.

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Zwischen den Jahren 2014 und 2018 hat sich deren Anzahl weltweit versechsfacht (Wachstum um gut 500 Prozent). Dabei handelt es sich oft nicht um klassisches Speed-Dating, sondern um neue Kennenlern-Formate, wie zum Beispiel Dim Sum Dating, Silent Dating, aber auch skurrile Veranstaltungen wie Nackt Dating oder Kinky Speed Dating.

Auch in Deutschland könnten solche Veranstaltungen laut der Eventbrite-Umfrage gut ankommen: Fast zwei Drittel aller befragten Singles würden gerne eine dieser modernen Singleparties besuchen. Kein Wunder, denn ihre persönliche Erfahrung mit Dating-Apps bezeichnen Singles hierzulande als „oberflächlich” (69 Prozent) und „frustrierend” (48 Prozent).

„Beim weltweiten Boom von Datingveranstaltungen sind der Fantasie scheinbar keine Grenzen gesetzt: Von Jenga Speed Dating über Life Drawing und Singleparties mit Brettspielen ist so ziemlich alles dabei. Letztendlich sind wir soziale Wesen, und Online-Dating wird die direkte Interaktion zwischen Menschen niemals vollständig ersetzen können”, resümiert Annett Polaszewski-Plath, Geschäftsführerin Eventbrite Deutschland.

Das persönliche Kennenlernen erlebt ein Comeback
Das persönliche Kennenlernen erlebt ein Comeback

Holger Lendt, Diplom-Psychologe und Paarberater, stimmt dem zu: „Ich kann an einem Abend über zweihundert Menschen nach Brauchbarkeit swipen und mich in Bilder verlieben, übersehe dabei aber, dass noch absolut nichts passiert ist. Die digitalen Tools sollten eigentlich Brücken bauen für echte Kontakte, aber oft verlieren wir uns stattdessen darin.”

„Beim persönlichen Kennenlernen entscheidet unser Gehirn binnen weniger Sekunden, ob der andere für uns infrage kommt, oder eben nicht. Wir merken sofort, ob der sogenannte Funke überspringt. Genau dies fehlt online. Nicht selten haben wir beim Schreiben ein gutes Gefühl, doch erblicken wir das Date beim Treffpunkt, sind wir direkt enttäuscht, da uns sofort klar wird, dass es keinesfalls zu einem Wiedersehen kommen wird.”, erklärt Horst Wenzel, Gründer und Geschäftsführer von Flirt University und professioneller Dating Coach.

Der Gründer von Smudged Lipstick Events, Jordi Sinclair, veranstaltet moderne Singleparties in London. Er meint dazu: „In einer Zeit, in der Digitalisierung so präsent ist wie nie zuvor, fällt es uns zunehmend schwer im echten Leben miteinander in Kontakt zu treten. Unsere Datingveranstaltungen basieren auf Aktivitäten, die Spaß machen – wie Scrabble oder Weinproben. Durch die gemeinsame Tätigkeit wird das Eis gebrochen und man fühlt sich weniger unter Druck gesetzt, ‚den Einen‘ zu treffen.”

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© Fotos: Unsplash, CCO Public Domain