Wirtschaftsmagazin: Probleme bei Corona-Schutzausrüstung „Made in Germany“

Wirtschaftsmagazin: Probleme bei Corona-Schutzausrüstung "Made in Germany"

Um die Versorgung mit Schutzmasken und -kleidung unabhängig von Lieferketten und Weltmarkt zu sichern, ließ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Produktion von Schutzausrüstung bundesweit ausschreiben.

Die erste Charge „Made in Germany“ soll dieser Tage geliefert werden. Doch SWR Recherchen decken eklatante Lieferprobleme auf.

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Inzwischen ist die Liste mit knapp 50 Unternehmen, die vom Bundesgesundheitsministerium beauftragt wurden, öffentlich. Mehrere renommierte Hersteller sucht man darauf vergebens.

Zuschläge haben teils völlig branchenfremde Firmen erhalten – unter anderem ein ehemaliger Taxi-Unternehmer und eine Nagelstudio-Betreiberin. „Man konnte anbieten, ohne dass man ein Risiko eingegangen ist. Und das ist ein großes Problem“, kritisiert Achim Theiler.

 Das Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ berichtet am Mittwoch, 12. August 2020, 21:45 bis 22:15 Uhr im Ersten, in der ARD Mediathek und auf YouYube. Moderiert wird von Alev Seker (Foto oben).

Seine Firma Franz Mensch GmbH verfügt über langjährige Erfahrung auf dem Markt von Schutzausrüstung und beliefert auch große Kliniken. Weitere Expert*innen warnen, die Branchen-Neulinge könnten den Aufbau einer Produktion von Schutzausrüstung in der geforderten Qualität in so kurzer Zeit nicht stemmen.

Bei steigenden Corona-Infektionen könne es damit wieder zu eine Knappheit von Atemschutzmasken und Schutzkitteln kommen. Nicht schuldlos daran sei die Ausschreibung des Bundesgesundheitsministeriums und die Auschreibungsbedingungen, sagt Michael Koch vom Medizinprodukte-Hersteller Medika.

ISO-Zertifizierung, Erfahrung, Expertise mit Medizinprodukten seien nicht abgefragt worden. Relevant sei nur der Preis gewesen. Auch Vergaberechtsexpertin Ute Jasper wundert sich: „Es ist nicht üblich, dass man auf Eignungskriterien verzichtet. Es ist sogar gesetzlich vorgeschrieben.“

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© Foto: SWR, Patricia Neligan, Das Erste