„Buchzeit“ stellt neue Romane des Frühjahrs vor

"Buchzeit" stellt neue Romane des Frühjahrs vor

Auf dem Foto: Barbara Vinken, Sandra Kegel, Gert Scobel und Katrin Schumacher.

Lesen war selten so relevant wie heute – die Lektüre des richtigen Buches kann helfen, besser durch Krisenzeiten zu kommen, die Suche nach Bewältigungsstrategien zu unterstützen, eine Haltung zu finden, aber auch auffordern, Mut und Hoffnung nicht zu verlieren.

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Eine Fülle interessanter neuer Bücher hat „Buchzeit“ vorsortiert. Am Sonntag, 20. März 2022, um 18. 00 Uhr in 3sat, diskutiert Gert Scobel mit den Literaturexpertinnen Barbara Vinken, Sandra Kegel und Katrin Schumacher über die ausgewählten Romane.

Georgi Gospodinov ist der große Erzähler Bulgariens. In seinem Roman „Zeitzuflucht“ ist sein Protagonist Gaustine ein Flaneur, der durch die Zeiten reist. In Zürich eröffnet er eine „Klinik für die Vergangenheit“.

Jedes Stockwerk ist dort einer anderen Epoche gewidmet. Hier sollen Alzheimerpatientinnen und -patienten in der Zeit leben, in der sie sich am besten orientieren können. Doch plötzlich interessieren sich auch immer mehr Gesunde für die Einrichtung, offensichtlich um sich vor den Schrecken der Gegenwart zurückzuziehen.

Im Mai und im September 1976 erschüttern zwei schwere Erdbeben die italienische Region Friaul-Julisch Venetien. Sie dauern nur wenige Sekunden an, aber Tausende Menschen sterben, viele verlieren ihre Häuser und sind traumatisiert.

In „Rombo“ lässt Autorin Esther Kinsky sieben Bergbewohner davon erzählen, wie sie die Katastrophe erlebt haben und wie sie sich in ihre Erinnerungen eingeschrieben hat.

Der Autor Emmanuel Carrère plant ein heiteres Büch über Yoga zu schreiben. Zunächst läuft alles bestens, doch dann wird ein enger Freund bei dem Anschlag auf die Redaktion des Magazins Charlie Hebdo getötet.

Kurz darauf wird bei Carrère eine bipolare Störung diagnostiziert. Nach seinem Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie reist er nach Griechenland, wo er andere Entwurzelte trifft. Der Roman „Yoga“ löste wegen seiner autobiografischen Bezüge eine Debatte darüber aus, wie viel Wirklichkeit in einem Roman stecken darf.

Der norwegische Autor Jan Kjærstad erzählt in seinem Roman „Mr. Woolf“ von William Abelson. Abelson besitzt einen Doktortitel in Physik, arbeitet aber schon lange in einer trendigen Bar als Barista.

Als seine Schwester plötzlich spurlos verschwindet, schickt sein besorgter Vater ihn nach Hongkong, wo sich seine Schwester angeblich aufhalten soll. Eine Reise, die William Abelsons Leben für immer verändern wird.

Die „Buchzeit“ wird im Mainzer Zentrum für Kunst und Wissenschaft Cadoro ohne Publikum aufgezeichnet. Mit Gert Scobel diskutieren die Literaturkritikerinnen:

Barbara Vinken, Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft und Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) Linz in Wien, Sandra Kegel, Journalistin und Ressortleiterin des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sowie Katrin Schumacher, Literaturwissenschaftlerin und Journalistin, Redakteurin beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).

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© Foto: ZDF, Steffen Matthes