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Studie Uni Mainz: Handy weg verbessert Stimmung nur kurz

Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Wer freiwillig auf digitale Medien verzichtet, fühlt sich besser. Der Effekt hält jedoch nur wenige Stunden an.

Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben untersucht, wie sich bewusste Offline-Phasen auf das persönliche Wohlbefinden auswirken.


Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal „Communication Research“ veröffentlicht.

Kleine, aber messbare Verbesserungen

Die Forschungsgruppe um Alicia Gilbert vom Institut für Publizistik der JGU begleitete laut Pressemeldung 237 Personen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren über zwei Wochen.

Mehrmals täglich gaben die Teilnehmer Auskunft über ihre Mediennutzung und ihr aktuelles Befinden. Insgesamt flossen 12.407 dokumentierte Situationen in die Auswertung ein.

Das Ergebnis: Menschen, die häufiger als gewöhnlich offline waren, berichteten von besserer Laune, mehr Energie und stärkerer Verbundenheit mit anderen.

Allerdings fielen diese Zusammenhänge eher gering aus und verschwanden nach zwei bis drei Stunden wieder. Beim Stressempfinden ließ sich kein Unterschied feststellen.

Freiwilligkeit entscheidet über den Erfolg

Ein zentraler Befund der Studie: Der positive Effekt trat vor allem dann ein, wenn der Verzicht auf eigener Entscheidung beruhte.

Fühlten sich die Teilnehmer dagegen verpflichtet, das Smartphone beiseite zu legen, wirkte sich dies teilweise sogar negativ auf die Stimmung aus.

„Wird den Leuten vorgeschrieben oder von ihnen erwartet, dass sie sich von ihrem Handy fernhalten, kann sich dies sogar negativ auf die Stimmungslage auswirken“, erklärt Gilbert. Die Freiheit, selbst über die Mediennutzung zu entscheiden, spiele eine wichtige Rolle.

Bisherige Untersuchungen zu Digital Disconnection arbeiteten häufig mit Interventionsstudien, bei denen den Teilnehmern genau vorgegeben wurde, wie und in welchem Umfang sie auf digitale Medien verzichten sollten.

Neue Herangehensweise an das Thema

Die Ergebnisse solcher Studien waren widersprüchlich – von positiven Effekten über keine Veränderung bis hin zu erhöhtem Stress war alles dabei.

Das Mainzer Team wählte einen anderen Ansatz: Statt Anweisungen zu geben, beobachteten die Forscher, wie junge Erwachsene Digital Disconnection bereits in ihren Alltag integrieren.

Dabei zeigte sich: Auch in Offline-Phasen nutzen viele Menschen weiterhin andere digitale Geräte – etwa den Laptop, während das Smartphone ausgeschaltet bleibt.

Die Studie macht deutlich, dass kurze digitale Auszeiten durchaus positive Effekte haben können. Allerdings nur, wenn sie aus eigenem Antrieb erfolgen und nicht als Zwang empfunden werden.

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Sierks Media / © Foto: Jonas Leupe, Unsplash

Marion Granzin

Autorin | Redaktion: media@sierks.media