Lockdown und die Psyche ist in Not

Lockdown und die Psyche ist in Not

Der Corona-Lockdown geht in die Verlängerung. Das ist besonders hart für Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden.

Wie ist es um die Versorgung der Betroffenen in der Pandemie bestellt? Darüber diskutiert die Runde bei „Fakt ist!“ aus Magdeburg am 25. Januar 2021 ab 20.30 Uhr im Livestream auf mdr.de sowie um 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen und im Anschluss in der ARD-Mediathek.

Anzeige

Bund und Länder haben es angekündigt und beschlossen: Die aktuell geltenden Corona-Beschränkungen werden verlängert – zunächst bis zum 14. Februar.

Das heißt – neben vielen anderen Einschränkungen –  verlaufen auch weiterhin zwischenmenschliche Kontakte auf einem absoluten Minimum. Hart für alle, für manche aber ganz besonders.

Fast jeder dritte Mensch leidet im Laufe seines Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung. Und gerade diesen Menschen, die etwa an einer Depression erkrankt sind, setzt die Perspektivlosigkeit in besonderem Maße zu.

Ihre Zahl hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Dieser zunehmende Behandlungsbedarf trifft auf unzureichende Strukturen. Es gibt zu wenige Therapeuten, besonders auf dem Land.

Lockdown und die Psyche ist in Not
Lockdown und die Psyche ist in Not

In Sachsen-Anhalt etwa müssen Patientinnen und Patienten zum Teil bis zu 20 Wochen auf einen Therapie-Platz warten. Das ist deutlich länger als im Bundesdurchschnitt.

Bei der Versorgungsdichte mit Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten liegen die drei mitteldeutschen Bundesländer nicht nur deutlich unter dem Bundesdurchschnitt; im deutschlandweiten Vergleich gehören sie zu den Schlusslichtern.

Und seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Situation für die Betroffenen noch einmal kritischer geworden. Denn nicht nur erleben an Depression Erkrankte Lockdown und Isolation deutlich belastender als die Allgemeinbevölkerung.

Zuschauerinnen und Zuschauer können sich per E-Mail unter faktist@mdr.de an der Diskussion beteiligen.

Ausgefallene Behandlungstermine und verschobene Klinikaufenthalte verschlimmern die Belastung. Zugleich steigt der Druck auf Psychiater und Psychotherapeuten, die wachsende Zahl von Patientinnen und Patienten zu behandeln.

Was macht die Pandemie mit psychisch kranken Menschen? Wie kann man die Versorgungssituation für sie verbessern? Welche Rolle spielen dabei Apps und digitale Lösungen?

Über diese und andere Fragen diskutiert Anja Heyde mit folgenden Gästen:

1. Prof. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Facharzt für Psychotherapie
2. Victoria Müller, Radio-Moderatorin und Buchautorin, hat selbst eine Depression überwunden
3. Dr. Sabine Ahrens-Eipper, Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer
4. Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen-Anhalt

Bürgerreporter Stefan Bernschein spricht mit Menschen, die von einer psychischen Erkrankung betroffen sind oder mit Erkrankten arbeiten.

PR Agent als Leser*in unterstützen?Besuchen Sie unser Bezahlangebot.
News verpasst? Unser Tipp: Den Updates von @PRAgentMedia in Social Media folgen.

© Foto: Engin Akyurt, Unsplash